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Willenserklaerung Tatbestand

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Für Willenserklärung — Tatbestand Paragrafen 116 ff. BGB: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Tatbestands- oder Anspruchsmatrix.

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name: willenserklaerung-tatbestand
title: Willenserklärung — Tatbestand §§ 116 ff. BGB
description: 'Für Willenserklärung — Tatbestand Paragrafen 116 ff. BGB: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Tatbestands- oder Anspruchsmatrix.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/bgb-at-pruefer/skills/willenserklaerung-tatbestand
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: contracts
language: de
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# Willenserklärung — Tatbestand §§ 116 ff. BGB

## Mandantenfall

- Bieter auf Auktion hebt irrtümlich die Hand — liegt eine Willenserklärung vor?
- Schreiben unter Scherz oder Druck verfasst — fehlt der Rechtsbindungswille?
- Klausurkonstellation: Internetbestellung durch Kind auf Eltern-Account — Willenserklärung der Eltern?

## Erste Schritte

1. Objektiver Tatbestand prüfen: Gibt es eine nach außen getretene Erklärung mit erkennbarem Rechtsbindungswillen?
2. Subjektiver Tatbestand: Handlungswille, Erklärungsbewusstsein (Bewusstsein, irgendwie rechtserheblich zu handeln), Geschäftswille.
3. Fehlendes Erklärungsbewusstsein: Gilt als Willenserklärung, wenn der Erklärende hätte erkennen können (potentielles Bewusstsein, h.M.).
4. Rechtsbindungswille: Wollten die Parteien rechtlich gebunden sein — Abgrenzung zu Gefälligkeit und sozialem Kontakt.
5. Scherzerklärung nach § 118 BGB: Erkennbare Scherzerklärung ist nichtig, Schadensersatz nach § 122 BGB.
6. Geisteskrankheit oder vorübergehende Störung nach § 105 BGB: Kein Rechtsbindungswille möglich.

## Rechtsrahmen

- §§ 116 bis 118 BGB: Geheimvorbehalt, Scheingeschäft und Scherzerklärung.
- § 105 BGB: Nichtigkeit der Willenserklärung bei Geschäftsunfähigkeit.
- §§ 133 und 157 BGB: Auslegung zur Ermittlung des objektiven Erklärungssinns.
- § 122 BGB: Schadensersatzpflicht bei Nichtigkeit nach § 118 BGB.
- § 242 BGB: Vertrauensschutz als Grenze beim fehlenden subjektiven Tatbestand.

## Prüfraster

1. Objektiver Erklärungstatbestand: Äußeres Erklärungszeichen vorhanden und empfangsbedürftig?
2. Rechtsbindungswille: Wollte der Erklärende bei objektivem Empfängerhorizont rechtlich gebunden sein?
3. Erklärungsbewusstsein vorhanden oder zumindest potentiell vorhanden?
4. Handlungswille: Hat der Erklärende die Handlung bewusst vorgenommen?
5. Scherzerklärung nach § 118 BGB: War Scherz für Empfänger erkennbar?
6. Geisteskrankheit oder Rausch nach § 105 BGB: Kein Erklärungswille möglich?
7. Fehler bei Internetgeschäften: Wem ist die Erklärung zuzurechnen (Zurechnung nach § 164 BGB analog)?

## Typische Fallstricke

- Potentielles Erklärungsbewusstsein reicht nach h.M. aus — Erklärende haftet, wenn sie hätten erkennen können.
- Scherzerklärung (§ 118 BGB) ist nichtig, aber Schadensersatzpflicht nach § 122 BGB entsteht.
- Gefälligkeit ohne Rechtsbindungswillen begründet kein Schuldverhältnis — rein sozialer Bereich.
- Vorübergehende Störung nach § 105 Abs. 2 BGB: Erklärung nichtig, auch wenn nicht auf Dauer geschäftsunfähig.

## Quellen

- [§ 116 BGB — gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__116.html)
- [§ 118 BGB — gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__118.html)
- [§ 105 BGB — gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__105.html)
- [dejure.org § 116 BGB](https://dejure.org/gesetze/BGB/116.html)
- [dejure.org § 105 BGB](https://dejure.org/gesetze/BGB/105.html)

## Vertiefung

### Dreigliedriger Tatbestand

Die Willenserklärung hat drei Elemente: (1) Handlungswille (der Erklärende handelt bewusst),
(2) Erklärungsbewusstsein (Bewusstsein des Erklärenden, rechtserheblich zu handeln — nach h.M.
genügt potentielles Bewusstsein), (3) Geschäftswille (der Erklärende will genau dieses Rechtsgeschäft).

### Fehlen einzelner Elemente

Fehlt der Handlungswille: Keine Willenserklärung (z.B. geführte Hand).
Fehlt das Erklärungsbewusstsein: Streitig — nach h.M. WE mit Anfechtungsrecht.
Fehlt der Geschäftswille: Anfechtungsrecht nach § 119 Abs. 1 BGB (Inhaltsirrtum).

### Klausur-Checkliste Tatbestand WE

- Handlungswille: Hat der Erklärende die äußere Handlung bewusst vorgenommen?
- Erklärungsbewusstsein: Aktuell vorhanden oder nur potentiell — welche Ansicht?
- Geschäftswille: Wollte Erklärende genau dieses Rechtsgeschäft?
- Empfangsbedürftigkeit: Bedarf die WE des Zugangs beim Empfänger?
- Objektiver Empfängerhorizont: Wie musste der Empfänger die Erklärung verstehen?

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