Prüft unbestimmte Rechtsbegriffe: wesentlich, erheblich, zumutbar, geeignet, angemessen, erforderlich. Gibt Auslegungsmassstaeibe aus Rechtsprechung und h.M., Indizien und Fallgruppen. Warnt vor der Grenze mechanischer Subsumtion bei wertungsoffenen Begriffen.
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name: unbestimmte-rechtsbegriffe-pruefen
title: Unbestimmte Rechtsbegriffe prüfen
description: 'Prüft unbestimmte Rechtsbegriffe: wesentlich, erheblich, zumutbar, geeignet, angemessen, erforderlich. Gibt Auslegungsmassstaeibe aus Rechtsprechung und h.M., Indizien und Fallgruppen. Warnt vor der Grenze mechanischer Subsumtion bei wertungsoffenen Begriffen.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/subsumtions-pruefer/skills/unbestimmte-rechtsbegriffe-pruefen
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: general
language: de
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# Unbestimmte Rechtsbegriffe prüfen
## Triage zu Beginn — kläre vor der Begriffsprüfung
1. Welcher konkrete unbestimmte Rechtsbegriff ist in welchem Normkontext einschlägig?
2. Liegt ein Beurteilungsspielraum einer Behörde vor? (nur eingeschränkte gerichtliche Kontrolle)
3. Gibt es BGH/BAG/BVerwG-Rechtsprechung zu diesem Begriff in diesem Kontext?
4. Ist der Begriff durch Fallgruppen der Rechtsprechung konkretisiert?
5. Handelt es sich um eine Wertungsfrage, die das System nicht abschließend beantworten kann?
## Zweck
Unbestimmte Rechtsbegriffe sind Tatbestandsmerkmale, deren Inhalt nicht aus dem Wortlaut ablesbar ist und deren Ausfüllung einen normativen Wertungsakt erfordert. Das System nennt Auslegungsmaßstäbe und Indizien — keine abschließende Bewertung.
## Aktuelle Rechtsprechung zur Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
## Wichtige unbestimmte Rechtsbegriffe
### "Wesentlich" / "erheblich"
**Kontext:** § 323 Abs. 5 S. 2 BGB (nicht unerhebliche Pflichtverletzung beim Rücktritt); § 536 BGB (erheblicher Mangel); § 17 Abs. 2 Nr. 1 KSchG.
**Auslegungsmaßstab:** Relation zum Vertragszweck, Schwere der Abweichung.
**Indizien:** Umfang der Abweichung, wirtschaftliche Bedeutung, Behebbarkeit.
### "Zumutbar"
**Kontext:** § 275 Abs. 3 BGB (persönliche Leistungshindernis); § 626 BGB (wichtiger Grund); § 3 AGG; § 5 Abs. 2 ArbSchG.
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
**Entscheidungsbaum:**
```
Welche Interessen stehen auf dem Spiel?
├─ Wirtschaftliche Interessen des Einen vs. Persönlichkeitsrechte des Anderen
│ → Abwägung; Schwere des Eingriffs maßgebend
└─ Beider wirtschaftliche Interessen
→ Verhältnismäßigkeit im engeren Sinne
```
### "Geeignet"
**Kontext:** Verhältnismäßigkeitsprüfung (erstes Mittel); § 1 KSchG.
**Auslegungsmaßstab:** Kausalität im weiteren Sinne — Maßnahme muss den Zweck zumindest fördern können.
### "Angemessen"
**Kontext:** Verhältnismäßigkeit i.e.S.; § 307 BGB (AGB); § 20 Abs. 1 GWB; Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO.
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
**Indizien bei AGB:** Abweichung vom dispositiven Recht; keine Kompensation; fehlende Transparenz.
### "Erforderlich"
**Kontext:** Verhältnismäßigkeit (Stufe 2); Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO (Datensparsamkeit).
**Auslegungsmaßstab:** Gibt es ein gleich geeignetes Mittel mit geringerem Eingriff? Vergleich mit realen Alternativen.
### "Wichtiger Grund"
**Kontext:** § 626 BGB (außerordentliche Kündigung); § 543 BGB (Miete); § 314 BGB (Dauerschuldverhältnisse).
**Auslegungsmaßstab:** BGH: Alle Umstände des Einzelfalls; dem Kündigenden ist Festhalten am Vertrag bis Ende nicht zumutbar. Interessenabwägung: Verschulden, Wiederholungsgefahr, Schwere.
## Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
## Ausgabe
Das System nennt:
- Den unbestimmten Rechtsbegriff und den Normkontext
- Den anerkannten Auslegungsmaßstab
- Indizien pro und contra aus dem Nutzersachverhalt
- Ausdrücklicher Hinweis: Das Ergebnis ist eine Indiziensammlung; die abschließende Bewertung obliegt dem Gericht.
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Hinweis: Keine Rechtsberatung. Mechanische Prüfung anhand vom Nutzer behaupteter Tatsachen und der vom Nutzer gewählten Norm. Falsche Normwahl oder falsche Sachverhaltsdarstellung kann das gesamte Ergebnis entwerten.