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[](https://www.skillsdirectory.com/skills/thomasmoreai-strafbefehl-einspruch-beschraenkung)
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name: strafbefehl-einspruch-beschraenkung
title: Beschraenkter Einspruch gegen den Strafbefehl — § 410 Abs. 2 StPO
description: Beschraenkter Einspruch nach § 410 Abs. 2 StPO auf Rechtsfolgen. Schuldspruch wird rechtskraeftig. Taktisches Kalkuel. Geldstrafe Tagessatz Fahrverbot Einziehung angreifbar. Vollstreckungsverzug § 456a StPO. Abgrenzung unbeschraenkter Einspruch.
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/strafbefehl-verteidiger/skills/strafbefehl-einspruch-beschraenkung
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: criminal
language: de
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# Beschraenkter Einspruch gegen den Strafbefehl — § 410 Abs. 2 StPO
## Triage zu Beginn
1. **Ist der Schuldspruch unstreitig?** — Beschraenkung nur sinnvoll wenn der Mandant die Tat einraeumt und nur die Rechtsfolgen angreift.
2. **Welche Rechtsfolge soll angehoben werden?** — Tagessatzhoehe zu hoch (Einkommen falsch berechnet)? Tagessatzanzahl unverhältnismaessig? Fahrverbot unverhältnismaessig? Einziehung anfechtbar?
3. **Risiko der Verstaerkungs-Verurteilung?** — Im beschraenkten Einspruchsverfahren kann das Gericht auch hoeher bestrafen als im Strafbefehl angesetzt (kein Verboeschungsverbot bei Rechtsfolgen-Einspruch!).
4. **Verjaehrung/Tilgung:** Schuldspruch-Rechtskraft beschleunigt Eintrag ins Bundeszentralregister.
5. **Kostenrisiko:** Beschraenkt-Einspruch verringert Verfahrensaufwand, Kostenlast bleibt bei Verurteilung.
## Zentrale Normen
- **§ 410 Abs. 2 StPO** — beschraenkter Einspruch auf Rechtsfolgen moeglich
- **§ 40 StGB** — Tagessatzsystem; Anzahl nach Schuld, Hoehe nach Nettoeinkommen / 30
- **§ 25 StVG** — Fahrverbot im Busgeldverfahren (1 bis 3 Monate)
- **§ 44 StGB** — Fahrverbot als strafrechtliche Nebenfolge (1 bis 6 Monate)
- **§ 73 StGB** — Einziehung von Tatertraegen
- **§ 331 StPO** — kein Verboeschungsverbot bei Berufung auf Rechtsfolgen; im Einspruchsverfahren analoge Diskussion
- **§ 46 StGB** — Strafzumessungserwägungen (Grundlage fuer Tagessatzanzahl)
## Aktuelle Rechtsprechung
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
## Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
## Entscheidungsbaum: Beschraenkt oder unbeschraenkt?
```
Mandant erkennt Tat an?
├─ Ja
│ ├─ Nur Tagessatzhoehe angreifbar (Einkommen falsch)?
│ │ └─ Beschraenkt auf Rechtsfolgen → geringeres Risiko
│ ├─ Fahrverbot unverhältnismaessig?
│ │ └─ Beschraenkt auf Fahrverbot
│ └─ Strafmass insgesamt zu hoch?
│ └─ Unbeschraenkt mit Gestaendnis-Strategie
└─ Nein
└─ Unbeschraenkt — kein beschraenkter Einspruch!
Risikopruefung vor Beschraenkung:
- Kann Gericht in HV hoeher bestrafen? → JA, kein Verboeschungsverbot!
- Mandant ueber Risiko aufgeklaert? → Schriftliche Bestaetigung
```
## Nachweis Nettoeinkommen fuer Tagessatz-Reduktion
**Dokumente die angefordert werden sollten:**
- Lohnabrechnung letzter 3 Monate
- Steuerbescheid letztes Jahr
- Bei Selbststaendigen: Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)
- Unterhalts-/Kreditverpflichtungen (mindern verfuegbares Einkommen)
- Miet-/Pachtkosten
- Krankheitskosten / Pflegepflichten
**Berechnung Tagessatz:**
Nettoeinkommen / 30 = Tagessatz; Mindest 1 EUR (§ 40 Abs. 2 Satz 2 StGB).
## Output-Template beschraenkter Einspruch
**Adressat:** Amtsgericht — Tonfall: sachlich-foermlich
```
In der Strafsache gegen [NAME]
Az.: [AKTENZEICHEN]
Beschraenkter Einspruch nach § 410 Abs. 2 StPO
Sehr geehrte Damen und Herren,
namens meines Mandanten lege ich Einspruch gegen den Strafbefehl
vom [DATUM] ein und beschraenke diesen auf die festgesetzten
Rechtsfolgen, naemlich:
[Variante A]: die Tagessatzhoehe von [BETRAG] EUR je Tagessatz.
Das tatsaechliche Nettoeinkommen meines Mandanten betraegt
[BETRAG] EUR monatlich (Nachweise in der Anlage). Der korrekte
Tagessatz betraegt daher [BETRAG / 30] EUR.
[Variante B]: das Fahrverbot von [DAUER] Monaten. Mein Mandant
ist auf sein Fahrzeug zur Berufsausuebung angewiesen [Begründung].
Ich beantrage Termin zur Hauptverhandlung und uebersende
anliegend die einkommensrelevanten Unterlagen.
Mit freundlichen Gruessen [KANZLEI]
```
## Harte Leitplanken
- Beschraenkt-Einspruch nur nach ausdruecklicher Mandantenanweisung.
- Schriftliche Aufklaerung ueber Rechtskraft des Schuldspruchs und Verboescherungs-Risiko.
- Einkommensnachweise vor der Hauptverhandlung vollstaendig einreichen.
- Frist § 410 Abs. 1 StPO (2 Wochen) beachten — gilt auch fuer beschraenkten Einspruch.