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[](https://www.skillsdirectory.com/skills/thomasmoreai-sondergerichte-und-justizgeschichte)
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name: sondergerichte-und-justizgeschichte
title: Sondergerichte und NS-Justizgeschichte
description: 'Für Sondergerichte und NS-Justizgeschichte: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/deutsche-rechtsgeschichte/skills/sondergerichte-und-justizgeschichte
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: general
language: de
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# Sondergerichte und NS-Justizgeschichte
## Historische Quellenanker
Vor einer rechtlichen Schlussfolgerung diese Anker am aktuellen Normtext prüfen; Spezial- und Landesrecht nur hinzunehmen, wenn es den konkreten Auftrag traegt:
- `Art. 20 Abs. 3 GG` — rechtsstaatlicher Gegenwartsanker.
- `Art. 1 Abs. 1 GG` — Menschenwuerde als Zäsur- und Kontinuitaetsmassstab.
- `Art. 123 Abs. 1 GG` — Fortgeltung vorkonstitutionellen Rechts.
- `Art. 125 GG` — Fortgeltung als Bundesrecht.
- `Art. 126 GG` — Meinungsverschiedenheiten über Fortgeltung.
- `Art. 20 Einigungsvertrag` — öffentlicher Dienst und Rechtsuebergang.
- `Art. 21 Einigungsvertrag` — Verwaltungsvermögen.
- `Art. 22 Einigungsvertrag` — Finanzvermoegen.
- `§ 1 VermG` — Anwendungsbereich Vermögensgesetz.
- `§ 3 VermG` — Rückübertragung.
Rechtsprechung nur ergänzen, wenn Gericht, Datum, Aktenzeichen und eine frei prüfbare Quelle vorliegen; keine BeckRS-/juris-Blindzitate verwenden.
## Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: historisch — Verjährung nach jeweiliger Quelle; heutige Relevanz über Art. 184 ff. EGBGB und Auslegungshilfe für Grundrechtsverständnis.
- Tragende Normen verifizieren: Sachsenspiegel, Schwabenspiegel, Carolina (CCC 1532), Preußisches ALR 1794, Code civil (1804), Sächsisches BGB 1865, BGB 1900, WRV 1919, GG 1949; rechtshistorische Quellen MGH, Constitutiones — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Rechtshistoriker, Quelleneditionen, Lehrstühle für deutsche Rechtsgeschichte, Verfassungsrechtler (Auslegungshintergrund), Restitutionsverfahren mit historischem Anker.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Quellenedition, rechtshistorisches Gutachten, Vorlesungsskript, dogmenhistorischer Aufsatz, Verfassungsentstehungsgeschichte — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
## Worum es geht
Das NS-Regime schuf ein paralleles Gerichtssystem neben der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Die Sondergerichte (Verordnung vom 21. Maerz 1933, RGBl. I 1933, 136) urteilten schnell und ohne volle Prozessgarantien über politische Delikte. Der Volksgerichtshof (VGH, geschaffen 1934 nach dem Reichstagsbrandprozess) war für Hochverrat und Landesverrat zuständig. Roland Freisler als VGH-Praesident (ab 1942) wurde zur personifizierten NS-Justiz. Kriegsgerichte vollstreckten Todesurteile schnell. Nach 1945 amtierten viele NS-Richter weiter. Ingo Mueller analysierte dies in Furchtbare Juristen (1987).
## Kernnormen / Kernquellen
- **Verordnung über Sondergerichte 1933 (RGBl. I 1933, 136)**: Gruendung der Sondergerichte
- **Volksgerichtshofgesetz 1934 (RGBl. I 1934, 341)**: Gruendung des Volksgerichtshofs
- **Kriegsstrafverfahrensordnung 1939 (RGBl. I 1939, 1457)**: Kriegsgericht-Grundlage
- **Heimtueckegesetz 1934 (RGBl. I 1934, 1269)**: Straftatbestand für Kritik an NS
- **NS-Aufhebungsgesetz 1998 (BGBl. I 1998, 2501)**: Nachtraegliche Aufhebung von NS-Strafurteilen
## Akteure und Institutionen
- **Roland Freisler** (1893-1945): VGH-Praesident, Symbol NS-Justizterror
- **Otto Thierack** (1889-1946): Reichsjustizminister, verantwortlich für NS-Strafrecht
- **Bundesjustizminister** 1959-1978: Weitgehende Nichtaufarbeitung NS-Richterkontinuitaet
- **Ingo Mueller** (*1940): Furchtbare Juristen (1987), wissenschaftliche Aufarbeitung
## Typische Streitfragen / Forschungsfragen
1. War der Volksgerichtshof ein Gericht oder ein politisches Tribunal?
2. Legalitaet der Sondergerichte 1933: Hatten sie eine formell gueltige Rechtsgrundlage?
3. Weiterwirken NS-Richter: Wer prüft heute Urteile auf NS-Hintergrund?
4. NS-Aufhebungsgesetz 1998: Warum dauerte es so lange?
5. Sondergerichts-Tradition: Gibt es problematische Weiterungen in heutigen Schnellverfahren?
## Methodik
- Sondergerichtsverordnung 1933: RGBl. I 1933, 136 via ALEX/OeNB
- VGH-Urteile: Bundesarchiv Berlin (BArch, Bestand R 3018 Volksgerichtshof)
- NS-Aufhebungsgesetz 1998: BGBl. I 1998, 2501; gesetze-im-internet.de
- Mueller Furchtbare Juristen (1987): historische Erstausgabe, Seite angeben