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[](https://www.skillsdirectory.com/skills/thomasmoreai-soldatenbeteiligung-vertrauensperson-sbg)
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name: soldatenbeteiligung-vertrauensperson-sbg
title: Soldatenbeteiligung – Vertrauensperson nach SBG
description: 'Für Soldatenbeteiligung – Vertrauensperson nach SBG: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/bundeswehrrecht-wehrrecht/skills/soldatenbeteiligung-vertrauensperson-sbg
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: military
language: de
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# Soldatenbeteiligung – Vertrauensperson nach SBG
## Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
## Fachkern: Soldatenbeteiligung – Vertrauensperson nach SBG
- **Normen-/Quellenanker:** SG, WSG, WPflG, KDVG, WDO, SVG, BBesG, VwGO, truppendienstgerichtliche Zuständigkeiten und Grundrechte.
- **Entscheidende Weiche:** Status, Befehl/Dienstpflicht, Gewissen/KDV, Besoldung/Versorgung, Disziplinarweg, Eilrechtsschutz und Nachweisführung trennen.
- **Arbeitsprodukt:** Erzeuge eine konkrete Prüf- oder Entscheidungsmatrix mit Norm, Tatbestand, Beleg, Einwand, Risikoampel und nächstem Schritt; Anschluss-Skills nur bei echter Vertiefung nennen.
## Worum geht es konkret
Das Soldatenbeteiligungsgesetz (SBG) regelt die Mitbestimmung und Mitwirkung der Soldaten durch Vertrauenspersonen. Die Vertrauensperson ist das Pendant zum Personalrat – jedoch mit eingeschränkten Befugnissen wegen der besonderen Stellung des Soldaten. Sie ist zu wesentlichen personalrelevanten und sozialen Entscheidungen anzuhören oder mitbestimmungspflichtig zu beteiligen. Der Skill ordnet Wahl, Aufgaben und Beteiligungstatbestände.
## Wann dieses Modul hilft / Kaltstart-Fragen
- Welche Vertrauenspersonsebene (Kompanie, Bataillon, Regiment, Heimatschutz)?
- Welche Maßnahme steht im Raum (Versetzung, Strafmaßnahme, Beurteilung, Urlaubsregelung, Arbeitszeit)?
- Wurde die Vertrauensperson tatsächlich beteiligt? Anhörung vor Entscheidung?
- Liegt eine Beteiligungspflicht oder ein bloßes Anhörungsrecht vor?
- Ist eine Wahlanfechtung im Raum?
- Steht ein Bezug zu Mobbing, sexueller Belästigung oder Gleichstellung?
## Rechtlicher Rahmen
- §§ 2 ff. SBG: Wahl der Vertrauensperson – allgemeine, freie, gleiche, geheime Wahl in der Kompanie / vergleichbaren Teileinheit.
- § 18 SBG: Allgemeine Aufgaben der Vertrauensperson – Vertretung der Soldaten in Angelegenheiten des Innendienstes, der Ausbildung, der Fürsorge.
- § 23 SBG: Beteiligungsrechte – Mitwirkung in personalrelevanten Entscheidungen (Versetzung, Beurteilung etc.).
- § 24 SBG: Mitbestimmungsrechte in sozialen und innerdienstlichen Angelegenheiten.
- § 25 SBG: Verfahren der Beteiligung – Anhörung vor der Entscheidung.
- § 32 SBG: Wahlanfechtung.
- Schnittstelle Gesamtvertrauenspersonenausschuss beim BMVg.
- SBG/Frauenförderung: Gleichstellungsbeauftragte (§ 19 SoldGleiG).
## / Schritt für Schritt
1. **Beteiligungsebene zuordnen.** Welche Vertrauensperson ist zuständig (Kompanie/Bataillon/höhere Ebene)?
2. **Maßnahme einordnen.**
- Anhörung (§ 23 SBG)?
- Mitwirkung (§ 24 SBG)?
- Mitbestimmung mit Einigungsstellenverfahren?
3. **Verfahrensgang dokumentieren.** Wann wurde die Vertrauensperson informiert, gehört, ggf. zugestimmt oder widersprochen?
4. **Beteiligungsfehler rügen.** Fehlende oder verspätete Beteiligung führt zur Aufhebung der Maßnahme im WBO-Verfahren.
5. **Schutz der Vertrauensperson.** § 9 SBG i.V.m. § 8 BetrVG entsprechend – kein Benachteiligungsverbot.
6. **Wahlanfechtung** §§ 32 ff. SBG – 12 Tage ab Bekanntgabe.
7. **Beschwerdeweg WBO** für Soldaten, deren Recht auf ordnungsgemäße Beteiligung verletzt wurde.
## Trade-off-Matrix
| Maßnahme | Beteiligungspflicht | Rechtsfolge bei Verstoß |
| --- | --- | --- |
| Versetzung mit Standortwechsel | Anhörung § 23 SBG | aufhebbar im WBO |
| Urlaubsplanung | Mitwirkung | korrigierbar |
| Disziplinarmaßnahme einfacher Art | Anhörung individuell | unabhängig vom SBG |
| Ausbildungsplan | Mitbestimmung soziale Angelegenheit | Maßnahme aussetzbar |
## Praxistipps
- Vertrauensperson hat Sitzungsanspruch und Freistellungsrecht. Vorgesetzter darf nicht zur Eile drängen.
- "Beteiligung" ist nicht Zustimmung – aber gehörte Bedenken sind in der Entscheidung zu würdigen.
- Bei strukturellen Problemen (Mobbing, Diskriminierung): Vertrauensperson informieren, ggf. Wehrbeauftragten einschalten.
- Wahlanfechtungsfrist 12 Tage ist sehr kurz – Mandant frühzeitig instruieren.
- Vertrauensperson erscheint in WBO-Verfahren als Beistand möglich (entsprechend § 90 WDO).
## Mustertexte
**Beanstandung fehlender Beteiligung:**
"Die [Maßnahme: Versetzung/Beurteilung/...] vom [Datum] wurde ohne ordnungsgemäße Beteiligung der Vertrauensperson nach § 23 SBG getroffen. Dies ist ein wesentlicher Verfahrensfehler. Ich beantrage daher die Aufhebung der Maßnahme und Wiederherstellung des status quo ante."
**Antrag der Vertrauensperson auf Einsicht in den Vorgang:**
"In der Personalsache des Soldaten [Name] beantrage ich als Vertrauensperson Akteneinsicht nach § 25 SBG, um zur beabsichtigten Maßnahme [...] Stellung nehmen zu können. Eine Stellungnahme erfolgt binnen einer Woche nach Akteneinsicht."
## Typische Fehler
- Beteiligung nach Entscheidung statt vor Entscheidung – Verfahrensmangel.
- Nur informelle Information statt formaler Beteiligung.
- Vertrauensperson nicht zum schriftlichen Bekanntgeben einbezogen.
- Fristen der Wahlanfechtung verpasst.
- Verwechslung mit Personalrat (BPersVG) – beide Gremien arbeiten parallel für unterschiedliche Statusgruppen.
## Quellen Stand 06/2026
- SBG – Volltext gesetze-im-internet.de.
- SoldGleiG – Volltext gesetze-im-internet.de.
- BVerwG Wehrdienstsenate – Rechtsprechung zur Beteiligungspflicht (Az. nach Verifikation).
- Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages – Jahresberichte (bundestag.de/wehrbeauftragter).
- Keine Kommentar- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.