Installs into .claude/skills of the current project.
Are you the author of Rueckfragen Mandant?
Add the live security badge to your README. It updates with every re-scan.
[](https://www.skillsdirectory.com/skills/thomasmoreai-rueckfragen-mandant)
---
name: rueckfragen-mandant
title: rückfragen-mandant
description: 'Für rückfragen-mandant: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/patentrecherche/skills/rueckfragen-mandant
license: Apache-2.0
version: 0.1.1
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: ip
language: de
---
# rückfragen-mandant
## Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: EPÜ R. 36 Teilanmeldung, PatG § 41 Priorität 12 Monate, USPTO Provisional 12 Monate, EPO Recherchebericht typ. 6 Monate.
- Tragende Normen verifizieren: PatG §§ 1, 3, 4, 9, 10, 139, EPÜ Art. 54, 56, 64, 69, 87 ff., Straßburger IPC-Abkommen, PCT, Espacenet-Datenbankzugriff, DEPATISnet-Bedingungen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Patentanmelder, Patentanwalt, DPMA-Prüfer, EPO-Examiner, USPTO, WIPO, Wettbewerber.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Recherchebericht, FTO-Gutachten, Patentlandschaftsanalyse, Espacenet/DEPATISnet/Patentscope/PatFT-Ausdruck, IPC-Klassifikationsbaum — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
## Pflichtfragen
Jede Rückfrage muss diese Punkte abdecken:
### 1. Lösungsbeitrag
> Was ist Ihrer Einschätzung nach der **wesentliche Lösungsbeitrag** Ihrer Erfindung gegenüber dem Ihnen bekannten Stand der Technik?
Damit erschließt sich der Recherche-Fokus. Wenn der Mandant "alles ist neu" sagt: nachhaken — was ist das **eine** zentrale Merkmal, ohne das die Erfindung nicht funktioniert.
### 2. Anspruchsentwurf
> Welcher Anspruch ist aus Ihrer Sicht der **wichtigste Anspruch**? Liegt ein Anspruchsentwurf vor (auch als Stichwortliste reicht), oder soll die Anspruchsformulierung im Rahmen unserer Anmeldungsvorbereitung entwickelt werden?
### 3. Eigene frühere Veröffentlichungen
> Gibt es **eigene frühere Veröffentlichungen, Anmeldungen, Vorträge, Messeauftritte, Datenblätter, Produktbroschüren** zu dieser Erfindung oder zu eng verwandten Lösungen? Wenn ja: Datum, Ort, Inhalt.
Hintergrund: § 3 PatG kennt keine "eigene" Ausnahme. Eigene frühere Veröffentlichungen sind voll neuheitsschädlich. Sechs-Monats-Frist nach § 3 Abs. 5 PatG nur bei offensichtlichem Missbrauch oder amtlich anerkannter Ausstellung — eng auszulegen.
### 4. Zielmarkt / Territorien
> In welchen Ländern soll die Erfindung **vermarktet** werden? In welchen soll **Patentschutz** angestrebt werden? Sind US, JP, CN, KR relevant?
Bei FTO-Recherchen zwingend; bei Stand-der-Technik-Recherchen für die Klassenwahl und Sprachenstrategie wichtig.
### 5. Konkurrenten
> Welche **Konkurrenten** sehen Sie auf diesem Gebiet? Sollen wir laufendes Monitoring (Watch) einrichten?
### 6. Recherchezweck
> Welcher Zweck steht im Vordergrund — Patentanmeldung, FTO vor Markteintritt, Einspruchsstrategie, Nichtigkeitsstrategie, M&A-Due-Diligence, oder eine andere Konstellation?
### 7. Stand-der-Technik-Wissen des Mandanten
> Welche **Patente / Anmeldungen / Publikationen** kennen Sie selbst auf diesem Gebiet, die wir als Ausgangspunkt nehmen sollten?
Mandant hat oft mehr Branchen-Wissen als der Patentanwalt zur Technik. Diese Treffer **müssen** in die Recherche eingespeist werden.
### 8. Vertrauliche Hintergrundinformationen
> Gibt es Hintergrundinformationen, die für die Recherche relevant sind, aber **nicht in den schriftlichen Bericht** sollen? (Bezeichnung für interne Verwendung, Vertraulichkeitsstufe.)
### 9. Zeitrahmen
> Bis wann benötigen Sie das Ergebnis? Gibt es **eine bevorstehende Frist** (Anmeldetag, Einspruchsfrist, Markteinführungs-Stichtag)?
### 10. Honorar / Budget
> Soll die Recherche in einem **bestimmten Stunden- oder Budgetrahmen** bleiben, oder ist der Rechercheaufwand sachgerecht zu bemessen?
## Format
### Variante A: Frageliste (interne Akte)
Stichpunkte mit jeweils einer Frage und Platz für die Antwort des Mandanten.
### Variante B: Brief an den Mandanten
Brief mit Anrede, kurzer Einleitung ("wir bereiten die Recherche vor und benötigen folgende Klarstellungen"), Frageblock, Rückantwort-Bitte mit Frist, Schlussformel.
Vorlage:
```
[Kanzleibogen]
Aktenzeichen: [Aktenzeichen]
Datum: [TT.MM.JJJJ]
Sehr geehrte/r [Anrede Mandant],
zur Vorbereitung der angefragten Patentrecherche bitten wir Sie um folgende
Klarstellungen. Sie helfen uns, den Rechercheaufwand zielgerichtet zu steuern
und am Ende ein möglichst aussagekraeftiges Ergebnis vorzulegen.
1. [Frage 1 — Lösungsbeitrag]
2. [Frage 2 — Anspruchsentwurf]
3. [Frage 3 — eigene fruehere Veröffentlichungen]
4. [Frage 4 — Zielmarkt / Territorien]
5. [Frage 5 — Konkurrenten]
6. [Frage 6 — Recherchezweck]
7. [Frage 7 — Mandantenwissen zum Stand der Technik]
8. [Frage 8 — vertrauliche Hintergrundinformationen]
9. [Frage 9 — Zeitrahmen / Frist]
10. [Frage 10 — Honorar / Budget]
Bitte richten Sie Ihre Antworten an [Adresse] oder vereinbaren Sie einen Telefon-
oder Video-Termin mit unserem Sekretariat. Wir empfehlen eine Rückmeldung bis
zum [Datum], damit wir den vereinbarten Recherchetermin einhalten können.
Mit freundlichen Grüßen
[Patentanwältin / Patentanwalt]
```
## Hinweise
- **Verschwiegenheit.** Rückfragen können sensible Informationen aufdecken (frühere unveröffentlichte Anmeldungen, Konkurrenten-Liste). Kommunikationsweg nach § 39a PAO und § 203 StGB sicherstellen — verschlüsselter Mail-Versand, beA-äquivalente Patentanwalts-Kanäle (besonderes elektronisches Anwaltspostfach beA gilt nicht für Patentanwälte; aber äquivalente PAt-Kanäle prüfen).
- **Mandant ist Berufslaie.** Patentrechtliche Fachbegriffe sollten in Klammern erklärt werden, wenn der Mandant kein Patentprofi ist.
- **Mehrstufige Rückfragen.** Häufig ergeben sich aus der ersten Mandantenantwort Folgefragen — den Brief / die Frageliste als Living Document führen.
## Disclaimer
> **Hinweis zur Rückfrage.** Diese Rückfrageliste ist eine KI-gestützte Vorbereitung. Die Mandantenkommunikation verantwortet die Patentanwältin / der Patentanwalt — Inhalt, Sprache und Versandweg müssen vor Absendung kanzleiintern geprüft werden. Die Frageliste ersetzt nicht die individuelle Mandatsführung.
## Triage-Fragen vor Mandanten-Rueckfragen
Bevor die Rueckfrageliste erstellt wird, klaere:
1. Welches Rechercheprodukt benoetigt die Informationen — Neuheitspruefung, FTO, Prüfungsbescheid-Antwort oder Valorisierung?
2. Hat der Mandant bereits Unterlagen eingereicht (Anspruchsentwurf, Produktbeschreibung, Skizze)?
3. Besteht ein zeitlicher Druck (Patent-Frist, Messe-Neuheitsfrist, Vertragsverhandlung)?
4. Ist der Mandant technischer Fachmann oder berufslaie (Fragebogen-Sprachstil anpassen)?
## Aktuelle Rechtsprechung
> Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.