Streitwert nach § 42 GKG drei Bruttomonatsgehaelter; § 12a ArbGG keine Kostenerstattung erste Instanz; Ausnahme Berufung; Prozesskostenhilfe §§ 114 ff. ZPO für einkommensschwache Parteien; praktische Hinweise zu Gerichtskosten.
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title: Streitwert, Kostenfolge und Prozesskostenhilfe
description: Streitwert nach § 42 GKG drei Bruttomonatsgehaelter; § 12a ArbGG keine Kostenerstattung erste Instanz; Ausnahme Berufung; Prozesskostenhilfe §§ 114 ff. ZPO für einkommensschwache Parteien; praktische Hinweise zu Gerichtskosten.
author: Klotzkette
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# Streitwert, Kostenfolge und Prozesskostenhilfe
## Zweck
Wer eine Kündigungsschutzklage einreicht, muss die Kostenrisiken kennen. Die gute Nachricht für Arbeitnehmer: In der ersten Instanz gibt es keine Kostenerstattung — jede Seite trägt ihre eigenen Anwaltskosten.
## Streitwert § 42 GKG
Der Streitwert in Kündigungsschutzverfahren wird nach § 42 Abs. 2 GKG berechnet:
> **Drei Bruttomonatsgehälter** bei einer ordentlichen Kündigung.
**Beispiel:** Monatsgehalt 3000 EUR brutto → Streitwert = 9000 EUR.
Der Streitwert beeinflusst die Gerichtsgebühren und die anwaltlichen Gebühren (RVG).
## Keine Kostenerstattung erste Instanz — § 12a ArbGG
**Wichtigste Regel im Arbeitsgerichtsprozess:**
> § 12a Abs. 1 Satz 1 ArbGG: In Urteilsverfahren des ersten Rechtszuges besteht kein Anspruch der obsiegenden Partei auf Entschädigung wegen Zeitversäumnis und auf Erstattung der Kosten für die Zuziehung eines Bevollmächtigten.
Das bedeutet:
- Arbeitnehmer verliert Klage → Er zahlt eigenen Anwalt, aber **nicht** den Anwalt des Arbeitgebers.
- Arbeitnehmer gewinnt Klage → Er bekommt seinen Anwalt **nicht** erstattet.
- **Jede Seite trägt ihre eigenen Anwaltskosten** in der ersten Instanz.
**Gerichtskosten:** Diese fallen nach dem GKG an und werden nach dem Unterliegensanteil verteilt. Bei vollem Obsiegen zahlt der Arbeitgeber die Gerichtskosten.
**Ab Berufung (LAG):** Ab dem zweiten Rechtszug gilt das normale Kostenrecht der ZPO — die unterlegene Partei erstattet der obsiegenden die Anwaltskosten. Dies erhöht das Kostenrisiko erheblich.
## Prozesskostenhilfe §§ 114 ff. ZPO
Wer die Kosten des Prozesses nicht selbst tragen kann, kann Prozesskostenhilfe (PKH) beantragen.
**Voraussetzungen:**
1. **Bedürftigkeit:** Einkommen und Vermögen reichen nach den Tabellen nicht aus (§ 115 ZPO).
2. **Hinreichende Aussicht auf Erfolg:** Die Klage darf nicht offensichtlich aussichtslos sein.
3. **Mutwilligkeit:** Die Rechtsverfolgung darf nicht mutwillig sein.
**Antrag:** PKH-Antrag mit vollständiger Einkommenserklärung und Belegen beim Arbeitsgericht stellen — am besten zusammen mit der Klageschrift oder kurz danach.
**Rechtsfolge:** Das Gericht übernimmt die Gerichtskosten und ordnet ggf. einen Rechtsanwalt bei, dessen Gebühren die Staatskasse trägt.
**Hinweis:** PKH ist ein Darlehen — nach Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse kann das Gericht die Rückzahlung verlangen.
## Triage zu Beginn — kläre vor Kostenberatung
1. In welchem Rechtszug befindet sich das Verfahren (erste Instanz ArbG / Berufung LAG / Revision BAG)?
2. Könnte der Arbeitnehmer Prozesskostenhilfe (PKH) beanspruchen (Einkommen, Vermögen prüfen)?
3. Ist der Arbeitnehmer Gewerkschaftsmitglied (dann ggf. kostenloser Rechtsschutz)?
4. Wie hoch ist das monatliche Bruttogehalt (für Streitwertberechnung)?
**Kosten-Übersicht nach Rechtszug:**
| Merkmal | Erste Instanz (ArbG) | Berufung (LAG) | Revision (BAG) |
|---|---|---|---|
| Anwaltszwang | Nein | Ja | Ja |
| Kostenerstattung | Nein (§ 12a ArbGG) | Ja (ZPO) | Ja (ZPO) |
| Gerichtskosten | GKG (AG-Anteil bei Sieg) | GKG | GKG |
| Risiko bei Verlust | Eigene Anwaltskosten | Eigene + fremde Anwaltskosten | Hoch |
## Aktuelle Rechtsprechung
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
## Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
## Gewerkschaft als Alternative
Ist der Arbeitnehmer **Gewerkschaftsmitglied**, übernimmt die Gewerkschaft in vielen Fällen die anwaltliche Vertretung und Kosten — prüfe dies zuerst.
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Hinweis: Keine Rechtsberatung. Mechanische Prüfung anhand vom Nutzer behaupteter Tatsachen. Falsche Sachverhaltsangabe oder falsche Anspruchsgrundlage entwertet das Ergebnis. Dringende Empfehlung anwaltlicher Beratung, insbesondere wegen der Drei-Wochen-Fristen.
<!-- AUDIT 27.05.2026
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