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Krisenfall Profit Warning

ASecurity

Für Krisenfall Profit Warning – Ad-hoc und Insiderrecht: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.

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Security analysis

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Scanned October 8, 2026

npx -y skills add ThomasMoreAI/legal-skills-open --skill krisenfall-profit-warning --agent claude-code

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name: krisenfall-profit-warning
title: Krisenfall Profit Warning – Ad-hoc und Insiderrecht
description: 'Für Krisenfall Profit Warning – Ad-hoc und Insiderrecht: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/insiderrecht-compliance/skills/krisenfall-profit-warning
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: eu
practice: securities
language: de
---

# Krisenfall Profit Warning – Ad-hoc und Insiderrecht

## Arbeitsweg

- Emittent, Instrument, Handelsplatz, Zeitpunkt und Informationskette feststellen: Wer wusste wann was, war die Information präzise, nicht öffentlich und potenziell erheblich kursrelevant?
- MAR-Pflichten getrennt prüfen: Insiderinformation nach Art. 7 MAR, Handels-/Empfehlungs-/Weitergabeverbot nach Art. 14 MAR, Ad-hoc-Publizität nach Art. 17 MAR, Aufschub nach Art. 17 Abs. 4 MAR, Insiderliste nach Art. 18 MAR, Eigengeschäfte von Führungskräften nach Art. 19 MAR.
- Deutsche Sanktions- und Verfahrensspur live verifizieren: WpHG §§ 119 ff., BaFin-Zuständigkeit, Börsenrecht, ggf. WpÜG/AktG bei Übernahme, Delisting, Kapitalmaßnahme oder Hauptversammlung.
- Beweise aktenfest sichern: Timeline, Board-/AR-Unterlagen, Datenraum-Log, Insiderlisten-Versionen, Handelsdaten, Kommunikationskanäle, Aufschubvermerk, Veröffentlichungszeitpunkt und BaFin-/DGAP-/EQS-Belege.
- Strategische Ausgabe wählen: Ad-hoc-Entscheidungsvorlage, Aufschubvermerk, Leak-Response, Handelsstopp-Empfehlung, Insiderlisten-Audit, PDMR-Meldecheck, BaFin-Antwort oder Verteidigungsnotiz.
- Rechtsprechung und Behördenpraxis nur mit frei prüfbarer Quelle zitieren; keine BeckRS-/juris-Blindzitate und keine alten WpHG-Paragrafen als Ersatz für die unmittelbar geltende MAR verwenden.

## Rechtlicher Rahmen

Eine Gewinnwarnung (Profit Warning) entsteht, wenn der Emittent erkennt, dass seine aktuell
kommunizierten Prognosen wesentlich unterschritten werden. Ab dem Zeitpunkt, an dem diese
Erkenntnis als präzise Information vorliegt und kursrelevant ist, besteht Ad-hoc-Pflicht nach
Art. 17 MAR. Es gibt keinen Aufschub-Tatbestand für Profit Warnings (keine laufenden
Verhandlungen, keine legitime Geheimnishaltung).

Rechtsgrundlagen:
- Art. 7, 17 MAR: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32014R0596
- § 97 WpHG (Haftung): https://www.gesetze-im-internet.de/wphg/__97.html
- BaFin-Emittentenleitfaden Kap. VI.2: https://www.bafin.de/dok/8252648
- EuGH C-19/11 (Geltl/Daimler, Zwischenschritte): https://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?docid=123755

## Ziel dieses Skills

Steuert den Compliance-Prozess von der internen Erkenntnis einer Gewinnverfehlung
bis zur ordnungsgemäßen Ad-hoc-Veröffentlichung und der Konsensus-Kommunikation mit Analysten.

## Arbeitsprogramm

### Schritt 1 – Zeitpunkt der Insiderinformation

- Entstehungszeitpunkt: Wann war die Prognoseabweichung als präzise Information erkennbar?
 (Nicht erst beim CFO-Monats-Bericht, sondern ggf. schon bei erstem internen Alert)
- Anwendung des Geltl/Daimler-Tests: Auch ein Zwischenschritt (z. B. erste 2-Monats-Zahlen
 weichen stark ab) kann präzise und kursrelevant sein
- Ergebnis: Frühestmöglicher Zeitpunkt dokumentieren

### Schritt 2 – Kursrelevanz-Beurteilung

- Vergleich: Veröffentlichte Prognose vs. neue Erwartung
- Materiality-Schwelle: Es gibt keine feste prozentuale Grenze; BaFin-Emittentenleitfaden
 gibt Indikatorenliste
- Analyse: Wie stark weicht die neue Erwartung von Markterwartungen (Analystenkonsensus) ab?
- Ex-ante-Beurteilung: Würde ein verständiger Anleger die Information berücksichtigen?

### Schritt 3 – Inhalt der Profit-Warning-Ad-hoc

Pflichtinhalt:
- Frühere Prognose (Zitat aus letzter Veröffentlichung)
- Neue Prognose oder zumindest Angabe der Bandbreite (falls möglich)
- Ursachen der Abweichung (präzise, keine allgemeinen Floskeln)
- Zeitraum (welches Geschäftsjahr / Quartal)
- Ausblick (falls möglich)
Verboten: Verwischende Sprache, Prognose-Widersprüche, irreführende Formulierungen

### Schritt 4 – Koordination mit Analysten und IR

- Keine Advance-Information an Analysten oder Investoren vor Ad-hoc-Veröffentlichung
- Nach Ad-hoc: Analystencall oder IR-Mitteilung zulässig (keine neuen Informationen)
- Konsensus-Update: Analysten passen Schätzungen nach Ad-hoc eigenständig an

### Schritt 5 – Nachgang und Haftungsvorsorge

- Analyse: Wurden zwischen Entstehung der Insiderinformation und Ad-hoc Eigengeschäfte
 von PDMRs getätigt? → Prüfung auf Art. 14/19 MAR-Verstoß
- § 97-WpHG-Haftungsrisiko einschätzen: Wie lange zwischen Entstehung und Veröffentlichung?
- Compliance-Akte: Entstehungszeitpunkt der Insiderinformation belegen

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