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[](https://www.skillsdirectory.com/skills/thomasmoreai-idw-s6-integrierte-sanierungsplanung)
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name: idw-s6-integrierte-sanierungsplanung
title: 'Integrierte Sanierungsplanung'
description: 'Für Integrierte Sanierungsplanung: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/liquiditaetsplanung/skills/idw-s6-integrierte-sanierungsplanung
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: bankruptcy
language: de
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# 1. Integrierte Sanierungsplanung
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## 1.1. Fachkern: Integrierte Sanierungsplanung
- **Normen-/Quellenanker:** InsO §§ 17, 18, 19, 15a, StaRUG-Früherkennung, IDW-S-6-/Planungslogik, 3-Wochen- und 13-Wochen-Forecast, Zahlungsstatus und Fortbestehensprognose.
- **Entscheidende Weiche:** Trenne fällige Verbindlichkeiten, liquide Mittel, harte Zahlungszusagen, Planannahmen, Quote/Lücke, Organpflicht und Dokumentationsspur.
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## 1.2. Wann starten?
- 13-Wochen-Plan ist erstellt, aber Bank verlangt Sanierungskonzept.
- Fortbestehensprognose nach § 19 InsO soll dokumentiert werden.
- StaRUG-, Schutzschirm-, Eigenverwaltungs- oder Insolvenzplanroute steht im Raum.
- Maßnahmenliste existiert, aber ihre finanzielle Wirkung ist unklar.
- Kleine Gesellschaft hat nur BWA, OPOS und Bankauszüge; trotzdem braucht es eine belastbare Planung.
<!-- decimal-anchor --> <a id="eingangsrouting"></a>
## 1.3. Eingangsrouting
Wenn nur kurzfristige Zahlungsunfähigkeit geprüft wird, zuerst `liquiditaetsvorschau-3wochen` oder `liquiditaetsvorschau-insolvenzrechtlich`. Wenn daraus ein Sanierungskonzept, eine Bankunterlage oder eine Fortbestehensprognose werden soll, anschließend diesen Skill nutzen.
<!-- decimal-anchor --> <a id="planungsarchitektur"></a>
## 1.4. Planungsarchitektur
Baue die Planung in vier Ebenen:
1. **Direkte Liquiditätsplanung:** Einzahlungen, Auszahlungen, Linien, freie Liquidität, Engpasswochen.
2. **GuV-Planung:** Umsatz, Rohertrag, Personal, Fixkosten, Zinsen, Steuern, Ergebnis.
3. **Bilanzplanung:** Working Capital, Anlagevermögen, Rückstellungen, Finanzverbindlichkeiten, Eigenkapital.
4. **Maßnahmen- und Annahmenlog:** Jede wesentliche Veränderung mit Quelle, Verantwortlichem, Timing und Risiko.
Alle Ebenen müssen rechnerisch zusammenpassen. Wenn sie nicht passen, ist das Ergebnis eine Lückenliste, nicht eine geschönte Planung.
<!-- decimal-anchor --> <a id="mindesttiefe"></a>
## 1.5. Mindesttiefe
- Für akute Krisen: wöchentliche Liquidität für 13 Wochen.
- Für Fortbestehensprognose: mindestens 12 Monate mit belastbarer Liquiditätsreichweite.
- Für Sanierungskonzept: laufendes und folgendes Planjahr regelmäßig monatlich; spätere Jahre können verdichtet werden, wenn die Brücken transparent bleiben.
- Für kleinere Unternehmen: weniger Kontenzeilen sind zulässig, aber GuV, Bilanz und Liquidität müssen trotzdem verknüpft sein.
<!-- decimal-anchor --> <a id="maßnahmen-brücke"></a>
## 1.6. Maßnahmen-Brücke
Lege für jede Maßnahme einen Datensatz an:
```yaml
massnahme:
titel: "[z. B. Standortkonsolidierung / Bankstundung / Kapitalzufuhr]"
krisenursache: "[welche Ursache wird adressiert?]"
status: "verbindlich | verhandelt | plausibel | ungeklärt | nicht tragfähig"
guv-effekt:
umsatz: "[EUR / Prozent / Monat]"
kosten: "[EUR / Monat]"
zinsen_steuern: "[EUR / Monat]"
liquiditaets-effekt:
einmalig: "[EUR, Datum]"
laufend: "[EUR, ab Datum]"
vorfinanzierungsbedarf: "[EUR]"
bilanz-effekt:
eigenkapital: "[EUR]"
verbindlichkeiten: "[EUR]"
working_capital: "[EUR]"
voraussetzungen:
- "[Beschluss, Vertrag, Finanzierung, Zustimmung]"
nachweise:
- "[Datei / Vertrag / Beschluss / Kontoauszug]"
risiko:
sensitivitaet: "[was passiert bei Verzug oder Teilwirkung?]"
```
<!-- decimal-anchor --> <a id="sanierungsfähigkeits-ampel"></a>
## 1.7. Sanierungsfähigkeits-Ampel
Bewerte am Ende:
| Ampel | Bedeutung | Konsequenz |
|---|---|---|
| Grün | Liquidität, Ertrag, Bilanz und Maßnahmen tragen auch in plausibler Sensitivität. | Planung kann als Arbeitsstand für Konzept, Bank oder Planroute genutzt werden. |
| Gelb | Basisfall trägt, aber eine tragende Annahme oder Maßnahme ist nicht belegt. | Conditional Go; Datenanforderung und Nachweisfrist ausgeben. |
| Rot | Planung kippt bei naheliegender Abweichung oder beseitigt Krisenursachen nicht. | Keine positive Sanierungsfähigkeit ausgeben; Eskalation zu Insolvenz-/Restrukturierungsberatung. |
<!-- decimal-anchor --> <a id="annahmenlog"></a>
## 1.8. Annahmenlog
Jede wesentliche Annahme braucht:
- Quelle: historische Daten, Vertrag, Auftrag, Managementangabe, Marktbeleg, Steuerbescheid, Bankzusage.
- Plausibilisierung: Vergangenheit, Branchenlogik, Kapazität, Preis-/Mengenbrücke, Gegenparteirisiko.
- Sensitivität: Best/Base/Worst oder mindestens Base/Downside.
- Verantwortlicher: wer aktualisiert und wer entscheidet?
- Wiedervorlage: wann wird die Annahme neu geprüft?
<!-- decimal-anchor --> <a id="spezielle-prüfbereiche"></a>
## 1.9. Spezielle Prüfbereiche
- **Working Capital:** Zahlungsziele, Forderungsausfall, Vorratsaufbau, Lieferantenkredite.
- **Finanzierung:** Linienverfügbarkeit, Kündigungsrechte, Covenants, Tilgungsprofil, Sicherheiten.
- **Steuern und Sozialversicherung:** Fälligkeiten, Rückstände, Stundung, Nebenforderungen.
- **Personal:** Abbaukosten, Kündigungsfristen, Betriebsrat, Insolvenzgeldzeitraum.
- **Investitionen:** Erhaltungs-CapEx nicht mit Null ansetzen, wenn Betrieb sonst ausfällt.
- **Cyber/IT/ESG:** nur dort vertiefen, wo sie für Betrieb, Markt, Finanzierung oder Haftung wesentlich sind.
<!-- decimal-anchor --> <a id="ausgabe"></a>
## 1.10. Ausgabe
Liefer standardmäßig:
1. **Planungsanforderung** mit Datenliste und Priorität.
2. **Annahmenlog** als Tabelle.
3. **Maßnahmen-Brücke** zwischen Maßnahme, GuV, Bilanz und Liquidität.
4. **Sanierungsplanungs-Ampel** mit Gründen und Stoppern.
5. **Nächster Arbeitsschritt:** Liquiditätsplan aktualisieren, Planbilanz bauen, Maßnahmen belegen, oder insolvenzrechtlich eskalieren.
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## 1.11. Typische Fehler
- Liquiditätsvorschau wird als vollständige Sanierungsplanung verkauft.
- Maßnahmen werden doppelt gezählt: einmal in GuV, einmal im Cashflow.
- Steuern aus Sanierungsmaßnahmen fehlen.
- Working-Capital-Effekt des Wachstums wird ignoriert.
- Planjahr schließt liquiditätsseitig, aber Bilanz stimmt nicht.
- Gesellschafter- oder Bankbeitrag wird ohne belastbare Tatsachen zu Leistungsfähigkeit, Leistungsbereitschaft, Betrag, Zeitpunkt und Bedingungen angesetzt. Für die §-19-Fortbestehensprognose ist ein einklagbarer Anspruch nicht stets zwingend; die überwiegende Wahrscheinlichkeit des Beitrags und des Gesamtkonzepts ist nach BGH, Urteil vom 13.07.2021 – II ZR 84/20, Rn. 77–85, zu begründen. Die strengere kurzfristige Mittelverfügbarkeit und die Aktivierung im Überschuldungsstatus bleiben gesonderte Fragen.
- Kleine Unternehmen werden zu grob geplant, obwohl einzelne Großkunden oder Schlüsselpersonen das Risiko treiben.