Hochrisiko Datenqualitaet Und Data Governance Art 10
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Anbieter von Hochrisiko-KI fragt: Welche Anforderungen gelten für unsere Trainings- Validierungs- und Testdaten und wie dokumentieren wir unsere Data Governance? Art. 10 KI-VO Datenqualitaet und Data Governance. Prüfraster: Relevanz Repraesentativitaet Vollständigkeit Fehlerfreiheit Bias-Minderung Ausnahme besondere Datenkategorien Art. 10 Abs. 5. Output: Data-Governance-Checkliste und Vorlage Trainingsdaten-Dokumentation. Abgrenzung zu hochrisiko-technische-dokumentation-art-11-und-anhang-iv...
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name: hochrisiko-datenqualitaet-und-data-governance-art-10
title: Datenqualität und Data Governance — Art. 10 KI-VO
description: 'Anbieter von Hochrisiko-KI fragt: Welche Anforderungen gelten für unsere Trainings- Validierungs- und Testdaten und wie dokumentieren wir unsere Data Governance? Art. 10 KI-VO Datenqualitaet und Data Governance. Prüfraster: Relevanz Repraesentativitaet Vollständigkeit Fehlerfreiheit Bias-Minderung Ausnahme besondere Datenkategorien Art. 10 Abs. 5. Output: Data-Governance-Checkliste und Vorlage Trainingsdaten-Dokumentation. Abgrenzung zu hochrisiko-technische-dokumentation-art-11-und-anhang-iv (Gesamtdokumentation) und hochrisiko-risikomanagementsystem-art-9 (Risikobewertung).'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/ki-vo-ai-act-pruefer/skills/hochrisiko-datenqualitaet-und-data-governance-art-10
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: regulatory
language: de
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# Datenqualität und Data Governance — Art. 10 KI-VO
## Zweck
Art. 10 KI-VO stellt spezifische Anforderungen an die Daten, mit denen Hochrisiko-KI-Systeme trainiert, validiert und getestet werden. "Garbage in, garbage out" ist keine Entschuldigung — mangelhafte Datenqualität begründet einen Pflichtverstoß.
## Pflichten im Überblick (Art. 10 Abs. 2 KI-VO)
### Anforderung 1 — Geeignete Datenverwaltungspraktiken
Anbieter müssen geeignete Datenverwaltungspraktiken umsetzen, die Folgendes umfassen:
- Klare Festlegung des Entwicklungsziels und der vorgesehenen Verwendungszwecke
- Verfahren zur Datenerhebung
- Analyse auf mögliche Verzerrungen (Bias)
- Erkennung und Behebung von Datenlücken und Mängeln
**Prüffragen:**
- Gibt es eine schriftlich dokumentierte Datenstrategie?
- Wurden Herkunft, Erhebungsmethode und Qualitätsmerkmale der Datensätze dokumentiert?
### Anforderung 2 — Relevanz und Repräsentativität (Art. 10 Abs. 3 KI-VO)
Trainings-, Validierungs- und Testdatensätze müssen:
- Relevant für den vorgesehenen Zweck des Systems sein
- Repräsentativ für die Bedingungen sein, unter denen das System eingesetzt werden soll
- Hinreichend vollständig und fehlerfrei sein (unter Berücksichtigung des Einsatzbereichs)
- Die spezifischen Eigenschaften und Merkmale der vorgesehenen Einsatzsituation aufweisen
**Prüffragen:**
- Deckt der Datensatz die Vielfalt der Einsatzbedingungen ab?
- Sind bestimmte Bevölkerungsgruppen, Szenarien oder Randfälle unterrepräsentiert?
- Wurden bekannte Datenmängel dokumentiert und ihr Einfluss auf die Systemleistung bewertet?
### Anforderung 3 — Bias-Erkennung und Bias-Minderung (Art. 10 Abs. 2 lit. f KI-VO)
Anbieter müssen Daten auf mögliche Verzerrungen analysieren und geeignete Maßnahmen zur Bias-Minderung ergreifen. Dies gilt insbesondere bei Systemen, die auf Merkmale wie Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit oder andere geschützte Kategorien zugreifen können.
**Prüffragen:**
- Wurden Bias-Analysen durchgeführt (z.B. Fairness-Metriken, Subgruppen-Analysen)?
- Sind die Maßnahmen zur Bias-Minderung dokumentiert und auf ihre Wirksamkeit geprüft?
- Welche Restverzerrungen verbleiben nach den Minderungsmaßnahmen?
### Anforderung 4 — Trennung der Datensätze
Trainings-, Validierungs- und Testdatensätze müssen klar voneinander getrennt sein. Insbesondere darf der Testdatensatz nicht für das Training oder die Parameteroptimierung verwendet worden sein.
**Prüffragen:**
- Sind die drei Datensätze klar getrennt und dokumentiert?
- Wurde der Testdatensatz ausschließlich für die abschließende Leistungsbeurteilung verwendet?
## Ausnahme für besondere Datenkategorien (Art. 10 Abs. 5 KI-VO)
Für die Zwecke der Erkennung und Korrektur von Verzerrungen in Hochrisiko-KI-Systemen ist die Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten nach Art. 9 Abs. 1 DSGVO (Rasse, Gesundheit, Religion, sexuelle Orientierung usw.) unter engen Voraussetzungen erlaubt:
- Wirksame technisch-organisatorische Sicherheitsvorkehrungen müssen vorhanden sein
- Die Verarbeitung darf ausschließlich zu diesem Zweck erfolgen
- Die Daten dürfen nicht zu anderen Zwecken verarbeitet werden
- Die Daten dürfen nicht übermittelt werden
- Die Daten sind nach Abschluss der Bias-Analyse zu löschen
**Prüffragen:**
- Liegt eine DSGVO-konforme Rechtsgrundlage für die Verarbeitung besonderer Kategorien vor?
- Sind die Sicherheitsvorkehrungen dokumentiert?
- Wird die Verarbeitung strikt auf den Bias-Korrekturzweck beschränkt?
## Verhältnis zu anderen Pflichten
Art. 10 KI-VO ist eng verzahnt mit:
- Art. 9 KI-VO (Risikomanagement — schlechte Daten erzeugen Risiken)
- Art. 11 und Anhang IV KI-VO (Technische Dokumentation — Datensätze sind zu beschreiben)
- DSGVO — Datenschutz gilt parallel für alle personenbezogenen Trainingsdaten
## Typische Praxisprobleme
- Trainingsdaten wurden nicht dokumentiert; keine Herkunftsnachweise.
- Test- und Validierungsdaten überlappen mit Trainingsdaten.
- Bias-Analyse wurde durchgeführt, aber Ergebnisse nicht dokumentiert.
- Besondere Datenkategorien wurden ohne DSGVO-Rechtsgrundlage verarbeitet.
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Hinweis: Keine Rechtsberatung. Mechanische Prüfung anhand vom Nutzer behaupteter Tatsachen. Die KI-VO ist in Auslegung und Konkretisierung dynamisch; Leitlinien der Kommission und Durchführungsrechtsakte sind laufend zu beobachten.
## Aktuelle Rechtsprechung (v14.2)
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
## Zentrale Normen (Paragrafenkette)
- Art. 3 Nr. 3/4 KI-VO — Anbieter / Betreiber-Definition
- Art. 5 KI-VO — verbotene Praktiken (absolut ab 02.02.2025)
- Art. 6 i.V.m. Anhang III KI-VO — Hochrisiko-Klassifikation
- Art. 26 KI-VO — Betreiberpflichten
- Art. 99 KI-VO — Bussgelder bis 35 Mio. EUR / 7 % Jahresumsatz
## Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
## Triage zu Beginn
1. Welche Rolle hat das Unternehmen im KI-Lieferkette (Art. 3 KI-VO — Anbieter, Betreiber, Importeur)?
2. Liegt ein Hochrisiko-System vor (Art. 6 i.V.m. Anhang III Nr. 1-8 KI-VO)?
3. Sind verbotene Praktiken nach Art. 5 KI-VO ausgeschlossen?
4. Welche konkreten Pflichten aus dem aktuellen Skill-Kontext sind einschlaegig?
5. Ist die Massnahme fristgerecht umgesetzt (KI-VO Stufenplan bis 02.08.2026)?
## Output-Template — Pruefergebnis
**Adressat:** Pruefer / Rechtsberater — Tonfall: strukturiert-rechtlich
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PRUEFERGEBNIS — HOCHRISIKO DATENQUALITAET UND DATA GOVERNANCE ART 10
[DATUM] — System: [SYSTEMNAME] — Mandant: [NAME MANDANT]
[AKTENZEICHEN]
Gepruefte Norm(en): [Art. 10 Rn. 6]
Ergebnis:
[ ] Anforderung erfuellt
[ ] Anforderung nicht erfuellt — Massnahmen erforderlich:
1. [MASSNAHME — Verantwortlicher: NAME — Frist: DATUM]
[ ] Nicht einschlaegig — Begruendung: [BEGRUENDUNG]
Sanktionsrisiko: [NIEDRIG / MITTEL / HOCH — bis [BETRAG] nach Art. 99 KI-VO]
Naechster Skill: [FOLGE-SKILL]
Geprueft: [NAME], [DATUM]
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