Für Grundsteuer: Landesmodell-Routing: routet Rolle, Frist, Unterlagen und Fachschritt; Ergebnis: Schnittstellenkarte mit Zuständigkeits- und Nachweisfragen.
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name: grundsteuer-landesmodell-routing
title: 'Grundsteuer: Landesmodell-Routing'
description: 'Für Grundsteuer: Landesmodell-Routing: routet Rolle, Frist, Unterlagen und Fachschritt; Ergebnis: Schnittstellenkarte mit Zuständigkeits- und Nachweisfragen.'
author: Klotzkette
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practice: tax
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# Grundsteuer: Landesmodell-Routing
## Fachlicher Anker
- **Normen:** § 6a, §§ 218.
- **Entscheidungs-/Quellenanker:** Tragende Rechtsprechung nur mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle einsetzen; keine Entscheidung aus Modellwissen erzwingen.
- **Quellenhygiene:** `references/quellenhygiene.md` und `references/zitierweise.md` beachten.
## Modellkarte
| Modellgruppe | Typische Route |
|---|---|
| Bundesmodell | BewG §§ 218 ff., GrStG, BFH-Bundesmodell-Linie |
| Baden-Württemberg | Landesgrundsteuergesetz, Bodenwertmodell, BFH-Stand 2026 gesondert prüfen |
| Bayern | wertunabhängiges Flächenmodell, landesrechtliche Normen prüfen |
| Hamburg | Flächen-/Wohnlagenmodell |
| Hessen | Flächen-Faktor-Modell |
| Niedersachsen | Flächen-Lage-Modell |
| punktuelle Abweichungen | Bundesmodell plus landesspezifische Messzahlen/Hebesatzrecht |
## Prüfschritte
1. Belegenheitsland je Grundstück erfassen.
2. Bescheidkette je Land trennen.
3. Landesgesetz und Verwaltungshinweise öffnen.
4. BFH-/FG-Stand für genau dieses Modell prüfen.
5. Nur dann verfassungsrechtlich argumentieren.
## Praktischer Tipp
- Bei multi-Bundesland-Portfolios: tabellarische Modellzuordnung anlegen mit Spalten Bundesland, Modell, Rechtsgrundlage, zuständiges Finanzamt, Bescheidstand, Einspruchsfrist. Pro Bundesland separater Bearbeiter, weil Argumentation, Belegtypen und Verwaltungspraxis stark voneinander abweichen.
- Bundesmodell-Argumente gegen Landesmodell zu spielen ist eine der häufigsten Schwachstellen in Einspruchsbegründungen. Beispiel: Bayerisches Flächenmodell ist wertunabhängig, daher gemeiner-Wert-Argumentation nach BFH II B 78/23 / II B 79/23 strukturell nicht übertragbar.
- Baden-Württemberg (Bodenwertmodell): hier ist die Bodenrichtwertzone der zentrale Angriffspunkt, weil der Gebäudewert keine Rolle spielt.
## Trade-off: Modellangriff vs. Einzelfallangriff
| Pfad | Geeignet bei | Risiko |
|---|---|---|
| Verfassungsrechtlicher Modellangriff | grundsätzliche Bedenken, Pilotverfahren | nach BFH 12.11.2025 (II R 25/24, II R 31/24, II R 3/25) im Bundesmodell schwierig - vor Ausgabe verifizieren auf bundesfinanzhof.de |
| Einzelfallangriff (Fläche, Wert, Bodenrichtwert) | klare Bewertungsfehler | erfordert Belege, Stichtagsbezug, Plausibilisierung |
| Hebesatzangriff (Gemeinde) | exzessive Erhöhung, Satzungsfehler | landesrechtlicher Rechtsweg, separater Bescheid |
Empfehlung: Erst Einzelfall prüfen, dann ggf. zusätzlich verfassungsrechtlich argumentieren, niemals umgekehrt.
## Typische Fehler
- Mandant hat Immobilien in BY und BW, Einspruch wird mit BFH-Linie zum Bundesmodell begründet; das geht in beiden Ländern fehl.
- "Hauptfeststellungszeitpunkt 01.01.2022" wird auch auf Bayern übertragen; dort gilt der Stichtag der Erklärung (Flächenmodell hat keine Hauptfeststellung im klassischen Sinn).