Für Deutschem: Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen und Beleglage: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Beweislast- und Substantiierungsmatrix.
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title: 'Deutschem: Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen und Beleglage'
description: 'Für Deutschem: Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen und Beleglage: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Beweislast- und Substantiierungsmatrix.'
author: Klotzkette
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# 1. Deutschem: Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen und Beleglage
Bei einer Aussage zu Insolvenzgründen die [Prüfregeln für §§ 17–19 InsO](../../references/insolvenzpruefung.md) und die [amtliche Entscheidungskarte](../../references/rechtsprechung/INDEX.md) heranziehen. Operative Warnfarben sind keine rechtliche Freigabe; Status, Prognose, Belege und rechtliche Schlussfolgerung getrennt halten.
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## 1.1. Fachkern: Deutschem: Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen und Beleglage
- **Normen-/Quellenanker:** InsO §§ 17, 18, 19, 15a, StaRUG-Früherkennung, IDW-S-6-/Planungslogik, 3-Wochen- und 13-Wochen-Forecast, Zahlungsstatus und Fortbestehensprognose.
- **Entscheidende Weiche:** Trenne fällige Verbindlichkeiten, liquide Mittel, harte Zahlungszusagen, Planannahmen, Quote/Lücke, Organpflicht und Dokumentationsspur.
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## 1.2. Fallweichen
Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern:
1. Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber?
2. Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden?
3. Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch?
4. Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt?
5. Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage?
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## 1.3. Arbeitsworkflow
1. **Fallbild bilden:** Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen.
2. **Rechtsrahmen setzen:** Normen, Zuständigkeiten, Fristen, Formfragen und Verfahrensstand zum Themenfeld **Deutschem** prüfen.
3. **Prüfpunkte abarbeiten:** Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen, typische Fehler, Gegenargumente und Ermessens- oder Wertungsfragen trennen.
4. **Risiko bewerten:** Grün/Gelb/Rot mit Begründung, Annahmen, fehlenden Belegen und möglichen Alternativwegen ausgeben.
5. **Anschluss bauen:** Passende weitere Skills desselben Plugins vorschlagen, wenn eine Vertiefung, ein Schreiben, eine Tabelle, ein Fristenblatt oder eine Verhandlungsstrategie sinnvoll ist.
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## 1.4. Beleglage Liquiditätsplanung nach deutschem Recht
- **Stichtag § 17 InsO Liquiditätsbilanz:** Aktiva I (verfügbare liquide Mittel) + Aktiva II (innerhalb 3 Wochen liquidierbar) vs. Passiva I (fällige Verbindlichkeiten) + Passiva II (innerhalb 3 Wochen fällig).
- **BGH-Maßstab:** Die vollständige Zehnprozentregel mit beiden Ausnahmen und die eigenständige Zahlungseinstellung nach den [Prüfregeln](../../references/insolvenzpruefung.md) anwenden. Eine Quote unter zehn Prozent ist keine Freigabe bei absehbarer Vergrößerung; oberhalb genügt keine bloß mögliche Schließung.
- **24-Monats-Liquiditätsplan nach Paragraf 18 Absatz 2 InsO:** Monatliche Vorschau, plausible Annahmen und Sensitivitätsbetrachtung; Instrumentenkatalog, Restrukturierungsfähigkeit und Anzeige nach Paragrafen 29 bis 31 StaRUG getrennt prüfen.
- **13-Wochen-Forecast operative Planung:** Standard für aktive Sanierungsfälle; rollierend, mit Annahmen-Memo und Stresstest (Base/Stress/Worst).
- **Belege:** Saldenlisten OPOS-Debitoren/-Kreditoren mit Fälligkeit, Kontoauszüge mind. 3 Monate, Steuerkonto (FA-Mitteilung), Beitragskonto SV (Krankenkasse), Personalkostenliste, Tilgungsplan Bankverbindlichkeiten.
- **Darlegung und Beweis:** Anspruchsgrundlage, Parteirolle, gesetzliche Vermutungen und Wissensnähe bestimmen. Insolvenzgrund, Kenntnis und Verschulden nicht pauschal gleichsetzen. Für außenstehende Dritte IX ZR 129/22 beachten; die Strafverfolgung ersetzt keine eigene Frist- und Krisenprüfung.
- **Annahmen-Memo:** Quellen (z. B. Auftragsbestand laut CRM, Forderungslaufzeit laut OPOS-Auswertung) und Bandbreiten dokumentieren — bei Bestreiten der Annahmen ist das Memo die erste Verteidigungslinie.