Für Lieferanten-Onboarding: Außenwirtschaftliche Compliance und Sanktionsprüfung: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.
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title: 'Lieferanten-Onboarding: Aussenwirtschaftliche Compliance und Sanktionspruefung'
description: 'Für Lieferanten-Onboarding: Außenwirtschaftliche Compliance und Sanktionsprüfung: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.'
author: Klotzkette
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execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: trade
language: de
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# Lieferanten-Onboarding: Aussenwirtschaftliche Compliance und Sanktionspruefung
## Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: AWG, AWV, EU-Dual-Use-VO 2021/821, EU-Sanktionsverordnungen, ZollkodexUnion, IranEmbargoVO, RusslandSanktionenVO — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
## Mandantenfall
- Einkauf moechte neuen Lieferanten aus Tuerkei aufnehmen; Sanktions- und Dual-Use-Weiterlieferungsrisiko.
- Lieferant aus China soll Vorprodukte für Dual-Use-Endprodukt liefern; Herkunft und Endverwendung prüfen.
- LkSG-Sorgfaltspflicht erfordert Lieferanten-Risikoanalyse auch für Aussenwirtschafts-Compliance.
## Erste Schritte
1. Lieferanten-Fragebogen erstellen: Identitaet, Eigentümer, Sitz, Produkte, Herkunft der Vorprodukte.
2. Sanktionslistenscreening Lieferant und UBO-Kette.
3. Herkunftsland-Prüfung: Sanktionsbetroffenes Land? Umgehungsland?
4. Dual-Use-Vorprodukt-Check: Liefert der Lieferant Dual-Use-Gueter?
5. Lieferantenerklaerung für Praeferenzursprung anfordern und auf Plausibilitaet prüfen.
6. Risikoklassifizierung und periodisches Re-Screening-Intervall festlegen.
## Rechtsrahmen
- **VO (EU) 269/2014, 833/2014**: Bereitstellungsverbote für sanktionierten Lieferanten.
- **LkSG § 3 ff.**: Sorgfaltspflichten in Lieferketten inkl. aussenwirtschaftlicher Aspekte.
- **VO (EU) 2021/821 Art. 4**: Catch-All bei Kenntnislage aus Lieferantenbeziehung.
- **VO (EU) 952/2013 (UZK) Art. 62**: Praeferenzursprung und Lieferantenerklaerung.
- **GwG § 10**: Sorgfaltspflichten bei Geschäftsbeziehungen.
## Prüf-Raster
- [ ] Lieferantenidentitaet und UBO vollstaendig verifiziert?
- [ ] Sanktionslistenscreening Lieferant und verbundene Unternehmen?
- [ ] Herkunftsland auf Sanktions- oder Umgehungsrisiken geprueft?
- [ ] Dual-Use-Charakter der Liefergueter bewertet?
- [ ] Lieferantenerklaerung für Praeferenzursprung vollstaendig?
- [ ] Risikoklassifizierung und Re-Screening-Intervall festgelegt?
## Typische Fallstricke
- Erstes Screening genuegt nicht; periodisches Re-Screening unverzichtbar.
- Lieferanten mit unverdaechtigen Produkten können sanktionierte Eigentümer haben.
- Praeferenz-Lieferantenerklaerungen falsch oder verfallt; Nachzollrisiko.
- LkSG-Sorgfaltspflicht und Exportkontroll-KYC werden nicht integriert; Doppelaufwand.
## Schnittstellen zu anderen Skills
Dieser Skill kann mit thematisch benachbarten Skills kombiniert werden, insbesondere:
- Sanktionsscreening und Listenpruefung: `aussenwirtschaft-sanktionsscreening-fuzzy-match`
- Exportkontrollklassifizierung: `aussenwirtschaft-gueterlisten-klassifizierung`
- Freiwillige Offenlegung gegenueber BAFA oder Hauptzollamt: `aussenwirtschaft-freiwillige-offenlegung-bafa-zoll`
- Interne Compliance-Programme: `aussenwirtschaft-icp-kontrollsystem`
## Qualitaetsanforderungen
- Sachverhalt vollstaendig: Alle Beteiligten inklusive UBO/Eigentum/Kontrolle erfasst?
- Normverweise konkret: Artikel und Absatz zitiert, nicht nur Verordnungsnummer?
- Quellenstand datiert: Sanktionslisten, TARIC, Gueltigkeitsdaten dokumentiert?
- Sofortmassnahmen klar: Stop-Ship, Hold, Eskalation explizit benannt wenn Risiko rot?
- Audit-Trail vollstaendig: Entscheidung, Begruendung, Verantwortlicher, Frist?
- Output mandantentauglich: Kein Fachwort ohne Erläuterung für Compliance und Business?
- Vertraulichkeit: Mandatsgeheimnisse nicht in ungesicherte externe Systeme eingeben.
## Quellen
- [VO (EU) 833/2014 auf EUR-Lex](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32014R0833)
- [LkSG auf gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/lksg/index.html)
- [GwG auf gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/gwg_2017/index.html)
- [Zoll.de Ursprungserklaerungen](https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Zoelle/Praeferenzrecht/praeferenzrecht_node.html)