Aussenwirtschaft Know Your Customer Exportkontrolle
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Für Außenwirtschaft Know Your Customer Exportkontrolle: prüft Ergebnis, Beweislast und Gegenposition; Ergebnis: Gegenprüfung mit Beweis- und Fristencheck.
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[](https://www.skillsdirectory.com/skills/thomasmoreai-aussenwirtschaft-know-your-customer-exportkontroll)
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name: aussenwirtschaft-know-your-customer-exportkontrolle
title: 'Know Your Customer im Exportkontrollkontext: Kundenscreening und Endverwenderidentifizierung'
description: 'Für Außenwirtschaft Know Your Customer Exportkontrolle: prüft Ergebnis, Beweislast und Gegenposition; Ergebnis: Gegenprüfung mit Beweis- und Fristencheck.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/aussenwirtschaft-zoll-sanktionen/skills/aussenwirtschaft-know-your-customer-exportkontrolle
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: trade
language: de
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# Know Your Customer im Exportkontrollkontext: Kundenscreening und Endverwenderidentifizierung
## Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: AWG, AWV, EU-Dual-Use-VO 2021/821, EU-Sanktionsverordnungen, ZollkodexUnion, IranEmbargoVO, RusslandSanktionenVO — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
## Mandantenfall
- Neuer Kunde aus UAE bestellt Hochfrequenzelektronik; ungewoehnlich hohe Bestellmenge, Endverwendung unklar.
- Vertrieb hat Stammkunden in Tuerkei; Umgehungsroute nach Russland aus Presseberichten bekannt.
- Forschungspartner in China ist staatliche Universitaet mit militaerischen Verbindungen.
## Erste Schritte
1. Kundenidentitaet vollstaendig verifizieren: Firmenname, Handelsregisternummer, Adresse, UBO.
2. Sanktionslistenscreening aller Parteien und verbundener Unternehmen.
3. Red-Flag-Analyse: Bestellmuster, Mengen, Verwendungszweck, Zahlungsmodalitaeten.
4. Endverwender-Erklaerung oder EUC anfordern und auf Plausibilitaet prüfen.
5. Offene Quellen recherchieren: BAFA-Informationen, US-Denied-Persons-List, Presseberichte.
6. KYC-Kundenprofil erstellen und Entscheidung mit Beleglage dokumentieren.
## Rechtsrahmen
- **Art. 4 VO (EU) 2021/821**: Catch-All bei Kenntnislagen bezüglich militaerischer Endverwendung.
- **BAFA-Merkblatt Red Flags**: Anzeichen für Umgehungsversuche.
- **§ 18 AWG**: Strafbarkeit auch bei leichtfertiger Unkenntnis von Risiken.
- **§ 10 GwG**: KYC-Pflichten (gleichzeitig relevant für Sanktions-Compliance).
- **VO (EU) 269/2014 Art. 2**: Bereitstellungsverbot für gelistete Personen.
## Prüf-Raster
- [ ] Kundenidentitaet vollstaendig und verifiziert?
- [ ] UBO ermittelt und gegen Sanktionslisten geprueft?
- [ ] Red-Flag-Checkliste vollstaendig abgearbeitet?
- [ ] Endverwender-Erklaerung plausibel und konkret?
- [ ] Offene Quellen (Denied Parties, Presse) konsultiert?
- [ ] KYC-Entscheidung mit Datumsstempel und Verantwortlichem dokumentiert?
## Typische Fallstricke
- Stammkunden werden seltener neu gescreent; Situation kann sich ändern.
- Red Flags einzeln unbedenklich, zusammen signifikant (Gesamtbild).
- UAE, Tuerkei, Armenien als bekannte Umgehungslaender erfordern erhoehte Sorgfalt.
- EUC-Formulierung 'Eigenbedarf' ohne Angabe des konkreten Verwendungszwecks ist unzureichend.
## Schnittstellen zu anderen Skills
Dieser Skill kann mit thematisch benachbarten Skills kombiniert werden, insbesondere:
- Sanktionsscreening und Listenpruefung: `aussenwirtschaft-sanktionsscreening-fuzzy-match`
- Exportkontrollklassifizierung: `aussenwirtschaft-gueterlisten-klassifizierung`
- Freiwillige Offenlegung gegenueber BAFA oder Hauptzollamt: `aussenwirtschaft-freiwillige-offenlegung-bafa-zoll`
- Interne Compliance-Programme: `aussenwirtschaft-icp-kontrollsystem`
## Qualitaetsanforderungen
- Sachverhalt vollstaendig: Alle Beteiligten inklusive UBO/Eigentum/Kontrolle erfasst?
- Normverweise konkret: Artikel und Absatz zitiert, nicht nur Verordnungsnummer?
- Quellenstand datiert: Sanktionslisten, TARIC, Gueltigkeitsdaten dokumentiert?
- Sofortmassnahmen klar: Stop-Ship, Hold, Eskalation explizit benannt wenn Risiko rot?
- Audit-Trail vollstaendig: Entscheidung, Begruendung, Verantwortlicher, Frist?
- Output mandantentauglich: Kein Fachwort ohne Erläuterung für Compliance und Business?
- Vertraulichkeit: Mandatsgeheimnisse nicht in ungesicherte externe Systeme eingeben.
## Quellen
- [BAFA Red-Flags-Merkblatt](https://www.bafa.de/DE/Aussenwirtschaft/Ausfuhrkontrolle/Dual_Use/dual_use_node.html)
- [VO (EU) 2021/821 auf EUR-Lex](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32021R0821)
- [GwG auf gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/gwg_2017/index.html)
- [AWG auf gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/awg_2013/index.html)