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Aufbewahrung Beweislast Dora It

ASecurity

Für Dokumentation Aufbewahrung Beweislast: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Beweislast- und Substantiierungsmatrix.

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name: aufbewahrung-beweislast-dora-it
title: Dokumentation Aufbewahrung Beweislast
description: 'Für Dokumentation Aufbewahrung Beweislast: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Beweislast- und Substantiierungsmatrix.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/krankenhausrecht/skills/aufbewahrung-beweislast-dora-it
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: healthcare
language: de
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# Dokumentation Aufbewahrung Beweislast

## Arbeitsweg

- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: die im Plugin-Kontext einschlägigen Normen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, eur-lex.europa.eu und die amtlichen Bundes-/Landesportale live prüfen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

## Fachkern: Dokumentation Aufbewahrung Beweislast
- **Normen-/Quellenanker:** KHG/KHEntgG, SGB V, Krankenhausplanung der Länder, Qualitätsvorgaben, Vergütung, MD-Prüfung, Haftung, Datenschutz und Arbeits-/Medizinprodukterecht.
- **Entscheidende Weiche:** Planung/Zulassung, Vergütung, Behandlungspflicht, Organisation, Qualität, Datenschutz, Haftung und Behördenkommunikation trennen.
- **Arbeitsprodukt:** Erzeuge eine konkrete Prüf- oder Entscheidungsmatrix mit Norm, Tatbestand, Beleg, Einwand, Risikoampel und nächstem Schritt; Anschluss-Skills nur bei echter Vertiefung nennen.

## Worum geht es konkret
Die Krankenhausdokumentation ist Pflicht (§ 630f BGB, MBO-Aerzte), Verguetungsgrundlage (MD-Prüfung), Compliance-Schutz und im Streit oft die einzige Verteidigung. Aufbewahrungsfristen liegen zwischen 10 Jahren (Standard) und 30 Jahren (Strahlentherapie, Bluttransfusion), je nach Materie.

## Wann dieses Modul hilft / Kaltstart-Fragen
- Welche Doku-Pflicht ist betroffen (Aerztlich, Pflege, Aufklaerung, Strahlentherapie, Blut)?
- Ist analog/digital gefuehrt? Liegen Manipulationssicherung und Versionierung vor?
- Welche Aufbewahrungsfrist gilt (10, 15, 30 Jahre)?
- Wird die Akte für Patient, MD, Gericht oder Aufsicht verlangt?
- Drohen Beweislastnachteile bei Behandlungsfehlerklage (§ 630h BGB)?

## Rechtlicher Rahmen
- **BGB § 630f** Dokumentationspflicht des Behandelnden, Sofort, dauerhaft, vollstaendig.
- **BGB § 630h Abs. 3** Beweislastumkehr bei Dokumentationsfehlern (vermutet: nicht durchgefuehrt).
- **MBO-Aerzte § 10** Aufbewahrungspflicht 10 Jahre, ggf. laenger.
- **RoeV § 28 Abs. 3 StrlSchG, § 85 StrlSchV** 30 Jahre Roentgen/Strahlentherapie.
- **TFG (Transfusionsgesetz)** Aufbewahrung Blutprodukte-Dokumentation 30 Jahre (§ 14 Abs. 3 TFG).
- **GoBD** elektronische Buchfuehrung (Patientenakte ist auch Geschäftsunterlage).
- **DSGVO Art. 5, 17, 18** Datenschutz, Speicherbegrenzung, Loeschpflicht nach Ablauf.
- **SGB X § 84** Aufbewahrung sozialrechtliche Unterlagen.

## / Schritt für Schritt
1. **Aktenklassen identifizieren:** Aerztlich, Pflege, Aufklaerung, Bildgebung, OP, Anaesthesie, Blut, Labor.
2. **Aufbewahrungsfrist je Klasse:** Standard 10 Jahre, Roentgen/Strahlentherapie 30 Jahre, Blut 30 Jahre, Geburten 30 Jahre (haftungsrechtlich BGH).
3. **Form prüfen:** Analog vs. digital, ePA-Anbindung, Manipulationssicherheit.
4. **Versionierung sichern:** Änderungen § 630f Abs. 2 BGB nachvollziehbar.
5. **Loeschplan nach Frist:** DSGVO-konforme Vernichtung.
6. **Beweislastpruefung bei Streit:** Lueche zur Pflichtdoku → § 630h Abs. 3 BGB Beweislastumkehr.

## Trade-off-Matrix

| Aktenklasse | Mindestfrist | Praxisfrist |
|---|---|---|
| Allg. aerztliche Doku | 10 Jahre (§ 630f Abs. 3) | 30 Jahre wegen Verjährung (BGH) |
| Roentgen, Strahlentherapie | 30 Jahre (StrlSchV) | 30 Jahre |
| Transfusion Blut | 30 Jahre (TFG) | 30 Jahre |
| Geburten | empfohlen 30 Jahre | mind. bis Volljaehrigkeit + 3 Jahre |
| Wahlleistungen, Verträge | 6/10 Jahre (HGB/AO) | 10 Jahre |
| Forschungsdaten (klinische Studie) | 10-25 Jahre (GCP) | je nach Prüfer |

## Praxistipps
- Lange Verjährungsfrist Behandlungsfehler (§ 199 BGB: 3 Jahre ab Kenntnis, Hoechstfrist 30 Jahre); deshalb Praxis 30 Jahre archivieren.
- Digitale Akte muss revisionssicher sein (GoBD), inkl. Zeitstempel und Berechtigungskonzept.
- Aerztliche und pflegerische Doku zeitnah, nicht retrospektiv "geglaettet".
- Aufklaerungsdoku ist Schlachtfeld bei Haftungsstreit — Vordrucke + handschriftliche Notiz schaffen Authentizitaet.
- DSGVO: Loeschung nach Frist Pflicht; Aufbewahrungspflicht bricht aber Loeschanspruch (Art. 17 Abs. 3 lit. b).

## Mustertexte
**Internes Memo zur Aufbewahrungspflicht:**
> Klassifizierung Krankenhausakten. Klasse A (allg. aerztlich): 30 Jahre. Klasse B (Roentgen, Strahlentherapie): 30 Jahre. Klasse C (Transfusion Blut): 30 Jahre. Klasse D (Geburten): 30 Jahre. Klasse E (Wahlleistungen/Verträge): 10 Jahre. Verantwortlich: Archivleitung, Vertretung: …

**Verteidigung gegen Doku-Vorwurf:**
> Die in der Klagebegruendung behauptete Dokumentationsluecke besteht nicht. Anlage A enthaelt den vollstaendigen Pflegebericht; Anlage B den Aerztlichen Verlauf; Anlage C die Aufklaerungsdokumentation. Eine Beweislastumkehr nach § 630h Abs. 3 BGB liegt nicht vor.

## Typische Fehler
- Aufbewahrung nur 10 Jahre — bei Spaetfaellen Beweisnot.
- Digitale Akte ohne Manipulationssicherheit.
- Aufklaerungsdokumente nicht in Patientenakte integriert.
- Loeschen nach Frist ohne Prüfung etwa laufender Verfahren.
- Pflegedokumentation lueckenhaft — § 630h-Risiko.

## Quellen Stand 06/2026
- BGB §§ 630a-630h.
- StrlSchG § 28, StrlSchV § 85.
- TFG § 14.
- MBO-Aerzte § 10.
- BGH, staend. Rspr. zur Aufbewahrungsdauer (Haftungsverjaehrung).
- GoBD, DSGVO Art. 5, 17, 18.

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