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[](https://www.skillsdirectory.com/skills/thomasmoreai-anspruchsaufbau-zivilrecht-bgb-at)
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name: anspruchsaufbau-zivilrecht-bgb-at
title: Anspruchsaufbau im Zivilrecht — BGB Allgemeiner Teil
description: 'Für Anspruchsaufbau im Zivilrecht — BGB Allgemeiner Teil: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Tatbestands- oder Anspruchsmatrix.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/bgb-at-pruefer/skills/anspruchsaufbau-zivilrecht-bgb-at
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: contracts
language: de
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# Anspruchsaufbau im Zivilrecht — BGB Allgemeiner Teil
## Mandantenfall
- Student der Rechtswissenschaften bereitet Examen vor und sucht eine klare Aufbaustruktur für BGB-AT-Klausurfälle.
- Mandant schildert komplexen Sachverhalt — welche Ansprüche kommen in Betracht, in welcher Reihenfolge prüfen?
- Klausurkonstellation: Sachverhalt mit mehreren Parteien und überkreuzenden Ansprüchen — wie systematisch vorgehen?
## Erste Schritte
1. Fallfrage lesen: Wer verlangt was von wem woraus? (Anspruchsformel aufstellen).
2. Anspruchsgrundlage suchen: Vertrag, Delikt, ungerechtfertigte Bereicherung, Eigentum.
3. Tatbestand der Anspruchsgrundlage vollständig prüfen: Voraussetzungen nacheinander.
4. Rechtsfolge feststellen: Entsteht der Anspruch dem Grunde nach?
5. Einwendungen prüfen: Nichtigkeit, Anfechtung, Erlöschen, Erfüllung, Aufrechnung.
6. Einreden prüfen: Verjährung, Zurückbehaltungsrecht, § 242 BGB.
## Rechtsrahmen
- §§ 241 ff. BGB: Schuldverhältnisse — vertragliche Hauptpflichten und Nebenpflichten.
- §§ 823 ff. BGB: Deliktsrecht als außervertragliche Haftungsgrundlage.
- §§ 812 ff. BGB: Bereicherungsrecht — Ansprüche ohne vertragliche Grundlage.
- § 985 BGB: Herausgabeanspruch des Eigentümers als dinglicher Anspruch.
- §§ 194 ff. BGB: Verjährung als Einrede gegen fällige Ansprüche.
- § 242 BGB: Treu und Glauben als übergeordneter Maßstab für die Ausübung von Rechten.
## Prüfraster
1. Anspruchsformel: Wer will was von wem auf welcher Grundlage?
2. Anspruchsgrundlage identifizieren und in Normenpyramide einordnen.
3. Tatbestand vollständig abarbeiten: Jedes Tatbestandsmerkmal eigener Prüfpunkt.
4. Rechtswidrigkeit und Verschulden bei Deliktsrecht gesondert prüfen.
5. Einwendungen ex officio prüfen (Nichtigkeit); Einreden nur auf Antrag.
6. Anspruchskonkurrenz: Mehrere Anspruchsgrundlagen — Idealkonkurrenz oder Spezialität?
7. Ergebnis mit Prüfampel: Anspruch besteht — Anspruch besteht nicht — Anspruch bedingt.
## Typische Fallstricke
- Aufbaufehler: Einwendungen prüfen, bevor der Anspruch dem Grunde nach besteht.
- Gutachtenstil in der Klausur: Zwischenergebnisse formulieren, nicht nur Ergebnis hinschreiben.
- Anspruchskonkurrenz nicht vergessen: Beide Ansprüche können nebeneinander bestehen.
- § 242 BGB nur als letztes Korrektiv einsetzen, nicht als Allheilmittel.
## Quellen
- [§ 241 BGB — gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__241.html)
- [§ 242 BGB — gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__242.html)
- [§ 823 BGB — gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__823.html)
- [§ 812 BGB — gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__812.html)
- [dejure.org § 241 BGB](https://dejure.org/gesetze/BGB/241.html)
## Vertiefung
### Gutachtenstil vs. Urteilsstil
Im juristischen Studium und Examen ist der Gutachtenstil Pflicht: Obersatz (hypothetisch), Definitionen,
Subsumtion, Ergebnis. Im Urteilsstil beginnt man mit dem Ergebnis und folgt mit der Begründung — nur
für offensichtliche Punkte in Klausuren akzeptabel.
### Strukturhilfe für den Anspruchsaufbau
Der Dreiklang jeder Anspruchsprüfung:
(1) Anspruch entstanden: Tatbestandsmerkmale prüfen
(2) Anspruch nicht erloschen: Erfüllung, Aufrechnung, Erlass, Verjährung
(3) Anspruch durchsetzbar: Einreden (z.B. § 273 BGB Zurückbehaltungsrecht)
### Klausur-Checkliste Anspruchsaufbau
- Wer will was von wem woraus — vier Grundfragen gestellt?
- Anspruchsgrundlage aus dem Sachverhalt herausgearbeitet?
- Tatbestandsmerkmale vollständig definiert und subsumiert?
- Erlöschensgründe geprüft (Erfüllung § 362, Aufrechnung § 387, Verjährung §§ 194 ff. BGB)?
- Durchsetzbarkeit: Einreden und Einwendungen geprüft?