Für Rom 132 Actio Tributoria Handelssklave Sondervermögen: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.
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name: actio-tributoria-handelssklave-sondervermoegen
title: Rom 132 Actio Tributoria Handelssklave Sondervermoegen
description: 'Für Rom 132 Actio Tributoria Handelssklave Sondervermögen: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.'
author: Klotzkette
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jurisdiction: general
practice: general
language: de
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# Rom 132 Actio Tributoria Handelssklave Sondervermoegen
## Quellenanker
- **D. 14.4.1 pr. (Ulpian)** — actio tributoria: Sondervermögen (merx peculiaris) wird quotal unter Gläubigern verteilt
- **D. 14.4.5.19** — Gewaltherr konkurriert nur quotal — anders als bei der actio de peculio
- **D. 14.4.7.1** — Verteilung durch den Gewalthaber selbst; bei dolus die tributoria
## Kernregeln
Wirtschaftet ein Gewaltunterworfener mit Wissen des Herrn mit einer merx peculiaris (Handelsvermögen aus dem peculium), wird dieses bei Insolvenz quotal unter den Geschäftsgläubigern verteilt — und der Gewalthaber konkurriert mit eigenen Forderungen nur ANTEILIG (anders als bei der actio de peculio, wo er vorab abziehen darf). Die Verteilung nimmt der Herr selbst vor; verteilt er unredlich, gibt die actio tributoria den Gläubigern die Differenzklage. Funktional: ein Mini-Insolvenzverfahren über ein kaufmännisches Sondervermögen mit Gleichbehandlungsgrundsatz.
## Moderne Parallele
Strukturvorläufer der par condicio creditorum (§ 1 InsO, quotale Befriedigung) und der Spartrennung von Sondervermögen; die Schlechterstellung des Insiders (Herr nur quotal) klingt im Nachrang der Gesellschafterdarlehen § 39 I Nr. 5 InsO nach.
## Typische Fehler
Tributoria und de peculio nicht verwechseln: peculio = Haftung bis zur peculium-Höhe mit Vorabzug des Herrn; tributoria = quotale Verteilung der merx OHNE Herrenprivileg — der Gläubiger wählt die günstigere.
## Arbeitsweise
1. Quellen zuerst: einschlägige Stellen (Gaius, Digesten, Codex) mit Inskription benennen; Rekonstruktionsgrad und Interpolationsverdacht offenlegen.
2. Epochen trennen: vorklassisch — klassisch — justinianisch — Rezeption; nichts rückprojizieren.
3. Funktional vergleichen: erst die römische Funktion, dann die heutige Norm mit gleicher Aufgabe; Unterschiede ausdrücklich benennen.
4. Für Klausur/Lehre: Institutionensystem (personae — res — actiones) als Gliederungsraster nutzen; lateinische Begriffe beim ersten Auftreten übersetzen.