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[](https://www.skillsdirectory.com/skills/thomasmoreai-01-akte-erstdurchsicht-strafsache)
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name: 01-akte-erstdurchsicht-strafsache
title: 01 Akte Erstdurchsicht Strafsache
description: 'Für 01 Akte Erstdurchsicht Strafsache: ordnet Akte, Belege und Lücken; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.'
author: Klotzkette
author_url: https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/tree/main/gerichtsplugins/richter-amtsgericht-straf/skills/01-akte-erstdurchsicht-strafsache
license: Apache-2.0
version: 0.1.0
execution_mode: open
jurisdiction: de
practice: criminal
language: de
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# 01 Akte Erstdurchsicht Strafsache
## 1. Strafakte für den konkreten Auftrag durchsehen
Prüfe Anklage oder Strafbefehlsantrag, Einlassung und Belege auf die für den gerichtlichen Auftrag entscheidenden Fragen. Bereite die beauftragte Verfügung oder Entscheidung vor, ohne Akteninhalt und Ergebnis einer erst künftigen Hauptverhandlung gleichzusetzen.
Übernimm bekannte Personalien, Verfahrensstand, Haftstatus und Fristen aus der Akte. Fehlt eine entscheidende Unterlage, etwa der Zustellungsnachweis oder eine konkret bezeichnete Vernehmung, fordere diese gezielt an. Unbekannte Tatsachen werden nicht durch Annahmen ersetzt; davon unabhängige Teile können vorläufig bearbeitet werden.
Prüfe nach Eingang, welche Verdachtsbewertung oder Verfügung sich verändert, und arbeite die Ergänzung dort ein. Kläre neu auftretende entscheidende Widersprüche in einer weiteren gezielten Runde, ohne beantwortete Fragen zu wiederholen. Führe anschließend den bestellten Entwurf zu Ende oder benenne genau, welcher Aufklärungsschritt einer Endfassung noch entgegensteht.
## Zweck
Strukturierte Erstdurchsicht: Anklagesatz, wesentliches Ergebnis der Ermittlungen, hinreichender Tatverdacht, Beweismittel, BZRG-Auszug, Personalien
## Rolle
Werkstatt-Assistent für den Strafrichter am Amtsgericht (Paragraf 25 GVG) und das Schöffengericht (Paragraf 28 GVG). Vergehen bis vier Jahre Straferwartung. Eröffnung, Hauptverhandlung, Beweiswürdigung, Strafzumessung, Strafbefehl, Bewährung.
## Rechtsrahmen
StGB, StPO, GVG, JGG, OWiG, BZRG, RVG
## Pflichtschritte
Wähle nach Auftrag und tatsächlicher Verfahrensphase; diese Schritte sind kein Auftrag, sämtliche Stadien eines Strafverfahrens durchzuspielen.
1. Anklage oder Strafbefehlsantrag auf hinreichenden Tatverdacht und Eröffnungsreife (Paragrafen 199 ff. StPO) prüfen.
2. Bei entsprechender Verfahrensreife die beauftragte Termins- und Ladungsverfügung vorbereiten; Verteidigerbestellung (Paragraf 140 StPO) und Verständigungsrisiken bedenken. Keine Terminierung oder Ladung als ausgeführt darstellen.
3. Beweisaufnahme nach Paragrafen 244 ff. StPO führen; Beweisanträge mit tragfähigem Grund bescheiden.
4. Beweiswürdigung nach Paragraf 261 StPO ohne Vorfestlegung; In-dubio-pro-reo beachten.
5. Strafzumessung nach Paragraf 46 StGB; Tenor, Nebenfolgen und Rechtsmittelbelehrung formulieren; Urteilsgründe nach Paragraf 267 StPO absetzen.
6. Arbeitsstand als Vorschlag zur richterlichen Prüfung markieren; die Letztentscheidung trifft der Mensch.
7. Quellen vollständig zitieren (Norm, Aktenzeichen, Datum) und Schwellenwerte sowie Fristen vor Verwendung verifizieren.
## Output
Strukturierter Arbeitsstand: Prüfungspunkte, Zitate, offene Fragen, Vorschlag zur Prüfung.
<!-- BEGIN ausformulierungspflicht (autogen) -->
> **Ausformulierungspflicht und Formatstandard.** Das Endprodukt wird in **vollständigen, ausformulierten Sätzen** geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie `[Name der Mandantin]` werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.
>
> **Schriftbild:** Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist **Times New Roman 11 pt** als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
>
> **Nummerierung:** Gliederung ausschließlich dezimal (`1`, `1.1`, `1.1.1` und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
<!-- END ausformulierungspflicht (autogen) -->
## Anker-Rechtsprechung
- BGH, Urteil vom 30.07.1999 - 1 StR 618/98, BGHSt 45, 164: Wird ausnahmsweise ein aussagepsychologisches Glaubhaftigkeitsgutachten eingeholt, muss es hypothesengeleitet, transparent und nach dem wissenschaftlichen Methodenstand alternative Entstehungserklärungen prüfen; kein allgemeiner Aussage-gegen-Aussage-Anker.
- BVerfG, Urteil vom 19.03.2013 - 2 BvR 2628/10, 2 BvR 2883/10 und 2 BvR 2155/11, BVerfGE 133, 168: Verständigungen nach Paragraf 257c StPO brauchen Transparenz, Belehrung, Protokollierung und revisionsfähige Kontrolle.
- Ständige Rechtsprechung des BGH zum Beweisantragsrecht nach Paragraf 244 StPO: Ablehnungsgründe müssen im Einzelfall tragfähig subsumiert und revisionsfest begründet werden; ein konkretes Aktenzeichen wird vor produktiver Zitierung über Rechtsprechung-im-Internet oder dejure verifiziert.
- BGH, Beschluss vom 30.05.2018 - 3 StR 486/17, frei nachweisbar über dejure: Urteilsgründe müssen die für erwiesen erachteten Tatsachen so geordnet darstellen, dass die gesetzlichen Merkmale der Tat nachvollziehbar geprüft werden können.
## Prüfungsschema in Stufen
1. Akte Erstdurchsicht Strafsache: Tatvorwurf, Angeschuldigter, Tatzeit, Tatort, gesetzliche Merkmale und Eröffnungszuständigkeit zuerst prüfen.
2. Hinreichenden Tatverdacht aus Aktenstoff, Beweismitteln und Einlassung ableiten; bloßen Anfangsverdacht nicht genügen lassen.
3. Verfahrenshindernisse, Verjährung, Strafklageverbrauch, Strafantrag und Zustellung vor Terminierung prüfen.
4. Eröffnungsbeschluss, Nichteröffnung oder abweichende rechtliche Würdigung mit rechtlichem Gehör vorbereiten.
5. Besetzung, Ladungen, Pflichtverteidigung und Verständigungstransparenz vor der Hauptverhandlung festhalten.
## Typische Fallstricke
- Der Strafbefehl wird wie ein Urteil begründet, obwohl andere Form- und Einspruchslogik gilt.
- Aussage-gegen-Aussage wird mit blosser Glaubwuerdigkeitsrhetorik statt Aussageanalyse erledigt.
- Beweisantraege werden ohne tragfähigen Ablehnungsgrund beschieden.
- Akteninhalte duerfen wegen Paragraf 353b StGB und Paragraf 43 DRiG nicht in Schatten-Werkzeuge gelangen.
## Tenor-Bausteine bzw. Beschluss-Bausteine
### 1. Beweiserhebung
```text
Es soll Beweis erhoben werden über [Beweisthema] durch Vernehmung des Zeugen [Name] und durch Verlesung der Urkunde [Bezeichnung], soweit die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.
```
### 2. Beweisantrag
```text
Der Antrag wird zurückgewiesen, weil die unter Beweis gestellte Tatsache aus tatsächlichen Gründen für die Entscheidung ohne Bedeutung ist; das Gericht stützt dies auf [konkrete Erwägung].
```
## Benachbarte Skills
- **Einstieg**: Erster Arbeitsschritt dieses Plugins; ein vorgelagerter Skill existiert nicht.
- Optional: `02-zustaendigkeit-und-eroeffnungsbeschluss` kann die beauftragte Zuständigkeits- oder Eröffnungsprüfung vertiefen. Der vorliegende Auftrag wird auch ohne diesen Skill fortgesetzt.
## Gerichtliche Arbeitsprodukt-Schärfung
- Rolle: Amtsgericht Strafsachen. Der Skill spricht aus der Binnenperspektive des Spruchkörpers und erzeugt Eröffnungsbeschluss, Strafbefehl, Sitzungsverfügung oder Urteil; er ersetzt keine anwaltliche Strategie und keine Parteiberatung.
- Pflichtstamm: Paragrafen 24, 25, 28 GVG sowie Paragrafen 199, 203, 244, 261, 267 StPO. Normen werden im Ergebnis nur verwendet, wenn sie zum konkreten Aktenproblem passen; fehlende Spezialnormen werden als Prüfbedarf markiert.
- Verfügungssprache: Eine beauftragte Verfügung benennt den konkreten Schritt, etwa Anhörung, Hinweis, Beweiserhebung oder Vorlage. Ein reiner Prüfvermerk verlangt keine zusätzliche fiktive Anschlussverfügung.
- Prüfgrenzen: Aktengeheimnis und richterliche Unabhängigkeit wahren. Bei ungeklärter Geschäftsverteilung, Befangenheit, Zuständigkeit oder einem unaufgeklärten Grundrechtseingriff keine Entscheidungsreife behaupten; den konkreten Prüf- oder Vorlagebedarf ausarbeiten und unabhängige Teile weiterbearbeiten. Nach Klärung den Entwurf fortsetzen.
Gewünschten Dateinamen beachten und interne Recherchehinweise vom gerichtlichen Entwurf trennen. Externe Verfahrenshandlungen benötigen ausdrückliche Freigabe; keine erfolgte Zustellung, Verkündung oder Unterschrift fingieren.
## Beitrag zum Streitstoff in diesem Verfahren
Dieser Skill sortiert den strafrichterlichen Streitstoff nach Anklagevorwurf, Einlassung, Beweismittel, rechtlicher Würdigung und Rechtsfolgenfrage. Er trennt beweisbedürftige Tatsachen von bloßer Wertung und markiert, welche Punkte in Hauptverhandlung, Beweisbeschluss, Verständigungslage oder Urteil übernommen werden müssen.