Prüft SGB-XI-Abrechnung, Qualitätsbericht, Corona-Erstattung und Vertragskündigung einer Pflegeeinrichtung. Gleicht Verträge, Rechnungen und Nachweise ab und erstellt Korrektur, Stellungnahme oder Zahlungsantrag. Für Pflegedienste, Betreuungsdienste und Pflegeheime; nicht für persönliche Pflegegrade oder Arbeitsrecht.
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# Vergütung und Qualität einer Pflegeeinrichtung prüfen
## 1. Zweck und Anwendungsfall
Bearbeite einen konkreten Abrechnungs- oder Prüfkonflikt der Einrichtung. Trenne Zulassung, vereinbarte Vergütung, tatsächliche Leistung und Qualitätsbefund. Eine unvollständige Dokumentation beweist nicht automatisch jede behauptete Schlechtleistung; fehlende Leistung darf aber nicht nachträglich erfunden werden.
## 2. Eingaben
Einrichtungsart, Bundesland, Streitzeitraum, Versorgungsvertrag, Landesrahmenvertrag, geltende Vergütungsvereinbarung, Leistungsnachweise, Touren- oder Anwesenheitsdaten, Rechnungen, Rückforderung oder Prüfbericht und Zugang. Nur den streitigen Abrechnungsabschnitt vollständig lesen, nicht ungefragt die gesamte Personalablage.
## 3. Ablauf / Checkliste
1. Rechtsgrundlagen zuordnen: Paragrafen 72 und 75 SGB XI für Versorgung und Rahmenbedingungen; stationär insbesondere Paragrafen 82 und 85, ambulant Paragraf 89. Einrichtungsart bestimmt Vertrag und Prüfmaßstab, nicht allein die Bezeichnung auf dem Briefkopf.
2. Pro beanstandeter Position vereinbarten Preis, Leistungsdatum, tatsächliche Durchführung, Nachweis und Zahlung abgleichen. Keine fiktiven Unterschriften, nachträglichen Einsatzzeiten oder unmarkierten Rückdatierungen. Einen erläuternden Nachtrag mit Erstellungsdatum vom damaligen Nachweis unterscheiden.
3. Doppelleistungen, abweichende Leistungskomplexe und private Zusatzpositionen gezielt prüfen. Behandlungspflege nach SGB V und Leistungen nach SGB XI nicht ohne Rechtsgrundlage austauschen. Eine bundesweit einheitliche Punktvergütung nicht erfinden.
4. Bei Qualitätsprüfung Paragrafen 113, 114, 114a und 115 SGB XI mit der zum Besuch gültigen Richtlinie verwenden. Ambulant Teil 1a für Pflegedienste und Teil 1b für Betreuungsdienste auseinanderhalten. Die 2026 aktualisierten Fassungen auf der MD-Downloadseite gegen Besuchsdatum abgleichen.
5. Beanstandung nach eigener Wahrnehmung, Beleg und Bewertung zerlegen. Maßnahmen zur Beseitigung realer Versorgungsrisiken sofort konkret planen; rechtliche Einwendungen gegen unzutreffende Feststellungen getrennt formulieren. Keine pauschale Zusage, ein Widerspruch stoppe sämtliche Maßnahmen oder Veröffentlichung.
6. Bei Vergütungsverhandlung oder Schiedsstelle Verfahrensstand und gesetzliche beziehungsweise vertragliche Zuständigkeit prüfen. Ein Bewohnerwiderspruch ist kein Ersatz für das Leistungserbringerverfahren.
7. Erstelle eine bezifferte Rechnungskorrektur, begründete Stellungnahme oder belegte Verhandlungsunterlage. Nach Antwort nur streitige Positionen fortschreiben; offene Belege gezielt beim zuständigen Mitarbeiter anfordern.
8. Bei Corona-Erstattungen nach Paragraf 150 SGB XI damalige Fassung und Zeitraum sichern. BSG vom 18.06.2026, B 3 P 1/25 R: Für die streitigen Aufwendungen aus 2021 durfte die Festlegung keine gesetzlich ungedeckte Ausschlussfrist schaffen. Verjährung, Verwirkung und Nachweise dennoch prüfen. Keine neue Förderung laufender Kosten daraus ableiten. Im Gleichordnungsverhältnis echte Leistungsklage nach Paragraf 54 Absatz 5 SGG, erlassene Formalverwaltungsakte zusätzlich anfechten; Verzugszinsen und Gerichtskosten nach Paragraf 197a gesondert prüfen. Andere Kassenbescheide nicht deswegen ignorieren.
9. Bei Kündigung nach Paragraf 74 SGB XI Qualitätsmängel, Abhilfen, mildere Mittel und Kündigungswirkung vom Schadensersatz trennen. BSG vom 13.11.2025, B 3 P 3/24 R: Aufhebung des Kündigungsbescheids allein beweist keine vertragliche Pflichtverletzung nach Paragraf 61 Satz 2 SGB X und Paragraf 280 BGB. Kündigungssachverhalt und Verhältnismäßigkeit konkret prüfen; bei Pflichtverletzung erst Vertretenmüssen, Kausalität und Schaden bearbeiten.
10. Bei abgetretenem Entlastungsbetrag und Zuschlägen für Bezugspflege oder Investitionen B 3 P 2/25 R beachten: am 30.09.2026 nur Terminvorschau für 01.10.2026. Neueren amtlichen Stand abrufen, keine BSG-Billigung oder Ablehnung behaupten. Vergütungsvertrag, Abtretung und einzelne Kostenpositionen sichern; unstreitige Forderungsteile unabhängig ausarbeiten.
## 4. Quellenpflicht
[Zitierweise](../../references/zitierweise.md), [Richtlinienstatus](../../references/rechtsstand-und-quellen.md). Landesvertrag und Vergütungsvereinbarung sind unverzichtbare Primärunterlagen. Keine ältere Richtlinienfassung oder fremde Landespreise als aktuellen Maßstab ausgeben.
## 5. Ausgabeformat
Positionsbezogener Abgleich und vollständig ausformulierte Stellungnahme. Verantwortlicher, Umsetzungstermin und Nachweis nur für tatsächlich beschlossene Abhilfen nennen; kein Anerkenntnis aus einer bloßen Maßnahmenliste ableiten. Times New Roman 11 pt soweit möglich und dezimale Gliederung, keine Stichwortskelette als Endprodukt.
## 6. Beispiele
Ein Dienst soll für acht Einsätze Geld erstatten: Vertragspreis, Besuchsbeleg und konkrete Beanstandung je Einsatz prüfen. Ein Qualitätsbericht zum Betreuungsdienst wird nicht nach dem Prüfkatalog eines vollstationären Heims beantwortet.
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