Prüft und entwirft auf ausdrücklichen Auftrag Klage, Vergleich oder Vollstreckung zu einem Arbeitszeugnis anhand des genauen Berichtigungsziels, der Beweise und eines vorhandenen Titels.
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# Klage, Vergleich und Vollstreckung zum Arbeitszeugnis
## 1. Auftragsgrenze
Bearbeite ein gerichtliches Vorgehen nur auf ausdrücklichen Auftrag. Klage, Vergleich und Vollstreckung sind unterschiedliche Wege. Bestimme anhand von Geltendmachung, Reaktion der Gegenseite, Verfahrensstand und Titel, welcher davon tatsächlich zu prüfen ist.
Der materielle Zeugnisanspruch folgt bei Arbeitnehmern aus Paragraf 109 GewO. Ein bereits vorhandener Prozessvergleich ist dagegen zunächst nach seinem eigenen Verpflichtungsinhalt zu lesen. Frage bei unvollständigen Unterlagen nach Vergleichsprotokoll, einbezogenem Entwurf, späteren Fassungen und Zustellung; eine bloße Zusammenfassung des Vergleichs reicht nicht.
## 2. Erkenntnisverfahren
Formuliere das Berichtigungsziel so bestimmt, dass Streitgegenstand und verlangte Zeugnisfassung erkennbar sind. Verknüpfe jeden Antragsteil mit konkretem Originalwortlaut, begehrter Fassung, tragender Tatsache und Beweisangebot. Prüfe Rechtsweg, Parteien, Zuständigkeit, Schlüssigkeit, Ausschlussfristen und die Darlegungs- und Beweislast für jeden Streitpunkt gesondert.
Für eine bessere Gesamtbewertung als befriedigend muss die Arbeitnehmerseite die sie tragenden Mehrleistungen darlegen und gegebenenfalls beweisen. Bei einer unterdurchschnittlichen Ausgangsnote 4 oder 5 und Zielnote 3 prüfe hingegen die Darlegungs- und Beweislast des Arbeitgebers für die Minderleistung. Fehlende Arbeitnehmer-Mehrleistungsbelege machen 4→3 nicht zur bloßen Bitte. Eine Stilpräferenz, schematische Personenreihenfolge oder freiwillige Schlussformel wird nicht als sicherer Klageanspruch dargestellt.
## 3. Vergleich
Eine Vergleichsklausel muss die geschuldete Fassung oder das zulässige Bestimmungsverfahren klar erkennen lassen. Prüfe vor einem Entwurf, ob Wortlaut, Entwurfsrecht, zulässige Abweichungen, Frist, Form, Ausstellungsdatum und Herausgabe früherer Fassungen geregelt werden sollen. Formuliere keine scheinbar genaue, tatsächlich unvollstreckbare Verpflichtung.
Unterscheide zwei Vereinbarungen: Die bloße Zusage einer guten Bewertung bestimmt regelmäßig noch keinen vollstreckbaren Zeugniswortlaut; BAG, Beschluss vom 14. Februar 2017, 9 AZB 49/16, Rn. 8 bis 11 ([Volltext](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/9-azb-49-16/)). Ein Entwurfsrecht des Arbeitnehmers, von dem der Arbeitgeber nur aus wichtigem Grund abweichen darf, kann dagegen ausreichend bestimmt sein; BAG, Beschluss vom 7. Mai 2026, 8 AZB 25/25, Rn. 12 bis 20 ([Volltext](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/8-azb-25-25/)). Der Entwurf muss dafür nicht schon bei Vergleichsschluss existieren. Halte aber eindeutig fest, welche zuletzt übermittelte Fassung verlangt wird.
## 4. Vollstreckung
Vergleiche den vollstreckbaren Inhalt des Titels mit der erteilten Fassung. Trenne die Frage der Titelerfüllung von einem neuen materiellen Streit über Wahrheit oder Klarheit. Ein bestimmtes Ausstellungsdatum lässt sich nicht allein aufgrund eines Titels erzwingen, der dazu keine Angabe enthält; BAG, Beschluss vom 14.02.2017 – Az. 9 AZB 49/16, Rn. 13 ([Volltext](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/9-azb-49-16/)). Entwirf einen Antrag nach Paragraf 888 ZPO nur, wenn eine hinreichend bestimmte, nicht vertretbare Handlung tituliert und noch nicht erfüllt ist. Kontrolliere auch Titel, Klausel und Zustellung nach Paragrafen 794 Absatz 1 Nummer 1, 724 und 750 ZPO.
Ein ausreichend bestimmter Titel bedeutet noch nicht, dass Zwangsgeld festzusetzen ist. Bereits nachvollziehbarer Tatsachenvortrag zu einer möglichen Verletzung von Zeugniswahrheit oder Zeugnisklarheit kann die Festsetzung ausschließen; die materielle Klärung gehört dann in ein neues Erkenntnisverfahren. Verlange im Vollstreckungsverfahren keinen Beweis der behaupteten Unwahrheit und nimm dort keine materielle Beweisprüfung vor; BAG, Beschluss vom 07.05.2026 – Az. 8 AZB 25/25, Rn. 20 und 21. Pauschales Unbehagen genügt nicht. Die Behandlung nur teilweise nachvollziehbar begründeter Abweichungen lässt Rn. 22 ausdrücklich offen; stelle eine Teilvollstreckung deshalb nicht als gesichert dar.
Für den Entwurf gegenüber dem Gericht stelle ausschließlich die tatsächlich abweichenden Passagen, die Vergleichsregelung und die jeweilige Begründung gegenüber. Beispiel: Alleinige Personalverantwortung wird beansprucht, das Organigramm zeigt aber einen zweiten Geschäftsführer. Kläre Aufgabenabgrenzung und Belege, statt über den Vollstreckungsantrag ungeprüft eine Alleinverantwortung zu erzwingen.
## 5. Rückfragen und Fortsetzung
Fehlt der genaue Titel, der Wortlaut des Begehrens oder ein entscheidender Beleg, frage gezielt danach. Lege gleichzeitig die bereits mögliche Anspruchs-, Beweis- und Verfahrensprüfung vor und stelle nur den abhängigen Entwurf zurück. Nach der Antwort setzt du dort fort und lieferst das bestellte vollständige Dokument.
## 6. Ausgabe
Gib je nach Auftrag einen ausformulierten Klageentwurf, Vergleichsvorschlag oder Vollstreckungsantrag mit Sachverhalt, Begründung, Beweisangeboten und Anlagenbezug aus. Streitwert und Kosten werden anhand der aktuellen gesetzlichen und örtlichen Maßstäbe gesondert geprüft, nicht pauschal behauptet. Reiche nichts ohne ausdrückliche Freigabe ein.