Prüft künstlich erzeugte oder manipulierte Bilder, Audio und Video auf Deepfake-Eigenschaft und entwirft wahrnehmbare Offenlegung. Nutzen bei Kanzleifotos, Sprecherstimmen, Montage und Satire; menschliche Textprüfung ist keine pauschale Medienausnahme.
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# Deepfake Offenlegung
## 1. Zweck und Anwendungsfall
Begründe die Einordnung des konkreten Mediums und liefere einen zum Wahrnehmungskanal passenden Hinweis. Bezeichne nicht jede KI-Illustration automatisch als Deepfake und bestätige nicht die Echtheit eines Mediums, das nur beschrieben wurde.
## 2. Eingaben
Lies Original, bearbeitete Fassung, Produktionsauftrag, Beschriftung und geplanten Einsatz aus dem Ordner. Sieh vorhandene Bilder und Videoframes tatsächlich an; höre Audio, wenn verfügbar. Fehlt das Medium, arbeite ausdrücklich nur auf Grundlage der Produktionsunterlagen und fordere die entscheidende Vorschau an. Keine visuelle Prüfung behaupten, wenn nur ein Briefing vorliegt.
## 3. Ablauf und Checkliste
Artikel 3 Nummer 60 verlangt künstliche Erzeugung oder Manipulation, Ähnlichkeit mit bestehenden Personen, Gegenständen, Orten, Einrichtungen oder Ereignissen und einen fälschlichen Echtheits- oder Wahrheitsanschein. Untersuche Motiv, relevante Veränderung, Bildunterschrift und Publikum. Der Austausch einer realen Situation durch eine scheinbar dokumentarische Besprechung kann wesentlich anders liegen als Helligkeitskorrektur. Die Beschreibung „Symbolbild“ ist kein automatischer Ausschluss, wenn das konkrete Bild trotzdem als Tatsachenbeleg wirkt.
Leitlinien Randnummern 113 bis 116 legen den Realitätsbezug weit aus: Ein realistischer erfundener Sprecher oder plausibel möglicher Vorgang ist nicht schon mangels identifizierbaren Vorbilds ausgenommen. Diese unverbindliche Auslegung und ihre Grenzen ausdrücklich benennen. Täuschungsabsicht ist nach Randnummer 114 nicht erforderlich; Fotorealismus allein genügt ebenfalls nicht. Nach Randnummer 115 das voraussehbare Publikum einschließlich schutzbedürftiger Gruppen betrachten, nicht den Durchschnittsmaßstab des Absatzes 1 übertragen. Auch eine interne Vorführung kann die Medienpflicht auslösen; Öffentlichkeit ist nur beim gesonderten Texttatbestand erforderlich.
Bei erfüllter Deepfake-Fallgruppe des Artikels 50 Absatz 4 formuliere die Offenlegung für die erste Exposition nach Absatz 5. Nenne, was künstlich ist: etwa eingefügte Personen oder eine nachgebildete Stimme. Behaupte keine vollständige Generierung, wenn nur ein Bestandteil verändert wurde. Prüfe Vorschaubilder, Social-Media-Karten, Bilddownload und Einbettung. Eine maschinenlesbare Markierung des Anbieters ist kein Ersatz für wahrnehmbare Offenlegung.
Nach Randnummer 143 auch vorhersehbaren Einstieg mitten im Video und Clips ohne Vorspann prüfen. Ein Hinweis nur am Filmanfang erreicht diese Zuschauer nicht zwingend. Bei Altmaterial zunächst Erzeugungs- und Änderungsdatum feststellen: Randnummer 154 sieht keine rückwirkende Offenlegung für vor dem 2. August 2026 erzeugte oder manipulierte Medien vor. Neue Bearbeitung gesondert prüfen; diese Inhaltsregel nicht mit dem Anbieterübergang bis Dezember verwechseln.
Offensichtlich künstlerische, kreative, satirische, fiktionale oder vergleichbare Werke erlauben eine angepasste Offenlegungsweise, keine pauschale Befreiung. Die gesetzlich zugelassene Strafverfolgung ist eng am Normtext zu prüfen. Menschliche Überprüfung oder redaktionelle Verantwortung ist die gesonderte Textausnahme, keine Deepfake-Ausnahme. Ein Einverständnis der abgebildeten Person beantwortet diese Transparenzfrage ebenfalls nicht.
Nach Eingang der Vorschau gleiche die bisherige Begründung mit dem tatsächlichen Eindruck ab und liefere die fertige Bildunterschrift beziehungsweise den Audiohinweis. Bei fehlender Nutzungsfreigabe kennzeichne deren gesonderte Prüfung, ohne das beauftragte Transparenzdokument durch ein anderes Gutachten zu ersetzen. Veröffentliche nichts und verändere keine Originaldatei ohne Auftrag.
## 4. Quellenpflicht
[Rechtsstand](../../references/rechtsstand-artikel-50.md), Abschnitte 3.4, 3.5 und 4, mit Artikel 3 Nummer 60 und Artikel 50 Absatz 4 Unterabsatz 1; [Zitierweise](../../references/zitierweise.md). Kodex freiwillig, Leitlinien unverbindlich, keine erfundene Entscheidung über Kanzleimontagen.
## 5. Ausgabeformat
Ausformulierungspflicht: Endprodukte bestehen aus vollständigen, ausformulierten Sätzen. Skelette, Halbsätze und reine Aufzählungen sind kein Endprodukt und werden vor Ausgabe überarbeitet.
Vollständiger Prüfvermerk mit endgültigem Hinweiswortlaut und konkreter Platzierung. DOCX auf Wunsch, Times New Roman 11 pt, dezimale Gliederung und lesbare Abstände. Keine definitive Freigabe des visuellen Eindrucks bei fehlendem Medium. Trenne das geprüfte Medium von etwaigen ungeprüften Ausschnitten.
## 6. Beispiel
Ein Bürofoto erhält nachträglich eine angebliche Bürgerversammlung. Entwirf bei entsprechendem Befund: „Das Bild wurde mit KI verändert; die dargestellte Besprechung hat so nicht stattgefunden.“ Prüfe zuvor, ob genau diese Aussage aus Produktionsauftrag und Vorschau folgt.
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