Für Chronologie und Belegmatrix: ordnet Akte, Belege und Lücken; Ergebnis: Chronologie mit Beleg- und Widerspruchsmatrix. Fachgebiet: Insolvenzrecht.
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# Chronologie und Belegmatrix
## Arbeitsauftrag
Dieser Arbeitsgang macht **Chronologie und Belegmatrix** im Bereich **insolvenzrecht** sofort bearbeitbar: erst Akte lesen, dann Rollen, Ziel, Fristen, Belege und Entscheidungspunkte ordnen. Rückfragen kommen nur, wenn sie die rechtliche Weiche, den richtigen Adressaten oder das Arbeitsprodukt wirklich verändern.
## Aktenstart ohne Leerlauf
1. Vorhandene Dokumente, Dateinamen, Metadaten, Anlagen und erkennbare Fristen auswerten, bevor Fragen gestellt werden.
2. Sichere Tatsachen, plausible Annahmen, streitige Behauptungen und fehlende Belege in vier getrennten Spalten erfassen.
3. Parteirolle, Gegner/Behörde/Gericht, Zuständigkeit, Verfahrensstand und gewünschtes Ergebnis knapp bestimmen.
4. Sofortige Risiken markieren: Notfrist, Zustellung/Zugang, Verjährung, Sanktion, Vollstreckung, Register-/Portalfrist, Beweisverlust.
5. Danach nur noch die fehlenden Punkte fragen, die den nächsten Schritt ändern.
## Fachliche Anker
- InsO §§ 13, 15a, 17-19, 21, 35, 38, 87, 129 ff., 174 ff.; StaRUG; AnfG; GmbHG § 15a/§ 64 a.F.-Nachwirkungen.
- Zahlungsfähigkeit, Überschuldung, Masse, Aussonderung/Absonderung, Anfechtung, Forderungsanmeldung und Geschäftsleiterhaftung trennen.
- Zahlen immer mit Stichtag, Quelle, Bankstand, Fälligkeit, Liquiditätslücke und Planannahme dokumentieren.
## Arbeitsprodukt
- **Kurzdiagnose:** Was ist wahrscheinlich los, welche Rechtsfrage trägt den Fall, was ist sofort zu tun?
- **Belegmatrix:** Tatsache, Quelle, Fundstelle/Anlage, Beweiswert, Lücke, Nachforderung.
- **Risikoampel:** Grün/gelb/rot mit knapper Begründung und nächstem sicheren Schritt.
- **Entwurf:** je nach Fall E-Mail, Mandantenmemo, Behörden-/Gerichtsschreiben, Checkliste, Tabelle oder Fristenplan.
- **Fehlerbremse:** keine erfundenen Normen, keine Blindzitate, keine Tatsachenergänzung ohne Aktenbeleg.
## Ergänzende Hinweise
## Insolvenzrechtliche Chronologie — Kernzeitpunkte
- **Eintritt materielle Insolvenz** (§§ 17, 18, 19 InsO) — Stichtag entscheidet für:
- § 15a InsO Antragsfrist (3 / 6 Wochen).
- § 15b InsO Zahlungsverbot ab Insolvenzreife.
- § 130 InsO Anfechtungs-Drei-Monats-Zeitraum.
- **Kenntnis Geschäftsführer** vom Insolvenzgrund — relevant für persönliche Haftung.
- **Antragstellung** (§ 13 InsO Eigenantrag oder § 14 InsO Gläubigerantrag).
- **Eröffnungsbeschluss** § 27 InsO — entscheidet Übergang Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis § 80 InsO.
- **Berichtstermin** § 156 InsO (regelmäßig ca. 3 Monate nach Eröffnung).
- **Prüfungstermin** § 176 InsO (für Forderungsanmeldungen).
- **Schlussverteilung** § 196 InsO / Aufhebung § 200 InsO.
## Belegmatrix-Spalten
| Datum | Ereignis | Norm | Beleg | Konsequenz |
|---|---|---|---|---|
| TT.MM.JJJJ | Liquiditätslücke ≥ 10 Prozent / 3 Wochen | § 17 Abs. 2 InsO | Liquiditätsstatus | Antragsfrist § 15a InsO beginnt |
| TT.MM.JJJJ | Zahlung an Lieferanten | § 130 InsO | Kontoauszug | Anfechtbar binnen 3 Monaten vor Antrag |
| TT.MM.JJJJ | Insolvenzantrag | § 13 InsO | Antragsschrift | Anfechtungs-Drei-Monats-Zeitraum endet |
## Widersprüche markieren
- Unterschiedliche Angaben zu Liquiditätsstand zwischen BWA und Geschäftsführer-Aussage.
- Spätere Datierung von Beschlüssen / Rechtshandlungen (Backdating-Verdacht).
- Diskrepanz zwischen Bilanzstichtag und tatsächlicher Krise.
## Hinweis
- Chronologie und Belegmatrix sind tragend in jedem Insolvenzanfechtungsprozess (§§ 129 ff. InsO) und in jedem Haftungsverfahren gegen Geschäftsführer (§ 15a, § 15b InsO).
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