Ordnet vorgelegte AGB, Vertragsfassungen und Korrespondenz einem konkreten Prüf-, Entwurfs-, Verhandlungs- oder Streitauftrag zu. Liefert einen belegten Erstbefund und führt nur in die für das Ergebnis benötigten Fachprüfungen.
Scanned 9/5/2026
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# AGB-Auftrag klären und bearbeiten
## 1. Zweck und Anwendungsfall
Vorhandenes Material unmittelbar auswerten und das passende Arbeitsergebnis beginnen. Die Auswahl zwischen Prüfung, Entwurf, Verhandlung, Redline, Einführung neuer Bedingungen und Streitbearbeitung erfolgt aus Auftrag und Unterlagen, nicht durch einen vorgelagerten Fragenkatalog. Bei eindeutigem Fachproblem direkt den betreffenden Skill nutzen.
## 2. Eingaben
AGB, Vertrag, Anlagen, Versionen, Screenshots, Bestellablauf und Korrespondenz lesen. Rolle, Regelungsziel, Parteistatus, Vertragsart, Datum, Vertriebskanal und laufende Frist feststellen. Papier, Web, App, Kundenkonto, E-Mail und Portal nach ihrem tatsächlichen Einbeziehungs- und Nachweisablauf unterscheiden.
Ohne Material genau eine gebündelte Frage zu den entscheidenden Lücken stellen und die drei wichtigsten fehlenden Unterlagen nennen. Mit ausdrücklich markierten Annahmen weiterarbeiten, soweit Frist, Zuständigkeit, Beweis oder Rechtsfolge dadurch nicht verfälscht werden.
## 3. Ablauf
3.1. Einen belegten Erstbefund in höchstens sieben Sätzen liefern: betroffene Klausel, Ziel, Tatsachengrundlage, Sofortrisiko und nächstes Produkt. Keine bloße Inventarliste voranstellen. Tabellen nur für echte Belege, Fristen, Beträge oder Varianten verwenden.
3.2. Für einen gesamten Bestand [AGB-Prüfung beginnen](../agb-pruefung-kaltstart/SKILL.md), [Klauselumfang erfassen](../klauselinventar-und-scope/SKILL.md) oder [Risiken priorisieren](../agb-risikoklassifizierung-ampel/SKILL.md) auswählen. Einbeziehung, Auslegung, Überraschung, Transparenz, Inhaltskontrolle und Rechtsfolge getrennt halten. Die Auslegungsregeln nach Verfahrensart und Regelungszusammenhang bestimmen.
3.3. Bei einer konkreten Klausel [Transparenz](../klauseltransparenz-pruefen/SKILL.md), [Inhalt und Verbote](../klauselinhalt-und-verbote-pruefen/SKILL.md) oder [Ausfallfolgen](../klauselausfall-und-vertragsluecke-pruefen/SKILL.md) prüfen. Keine parallelen Durchläufe derselben Generalklausel unter mehreren Namen starten.
3.4. Für einen neuen Gesamtbestand [AGB-Entwurf beginnen](../agb-entwurf-kaltstart/SKILL.md); für eine einzelne Regelung [Klauselvarianten entwerfen](../klauselvarianten-entwerfen/SKILL.md). Risikoprofil und Kundengruppe dort als Eingaben verwenden. [Klauselbibliothek](../klauselbibliothek-aufbau/SKILL.md) nur für Pflege, Freigabe und Wiederverwendung hinzunehmen. Eine Verhandlung oder Redline verbindet Originaltext, Änderung, Begründung und konkrete Rückfallposition.
3.5. Bei Online-Einbeziehung [Plattform und Checkout](../plattform-und-online-checkout/SKILL.md) oder [Clickwrap-Nachweise](../clickwrap-beweisakte/SKILL.md) wählen. [Shop-AGB](../ecommerce-shop-agb/SKILL.md) und [Marktplatzbedingungen](../marketplace-agb/SKILL.md) nach Geschäftsmodell getrennt bearbeiten. Vor Einführung neuer Bedingungen Einigungsweg und Freigabe klären; keine Mitteilungen ohne Auftrag versenden.
3.6. Im Streit [UKlaG-Unterlassung](../uklag-unterlassung-verbandsklage/SKILL.md), [Abmahnreaktion](../abmahnung-reagieren/SKILL.md), [Unterlassungserklärung ändern](../unterlassungserklaerung-modifizieren/SKILL.md) oder [Individualklage verteidigen](../individualklage-verteidigung/SKILL.md) anhand des tatsächlichen Auftrags wählen. Rückzahlung und kollektiv geltend gemachte Abhilfe nicht durch die Klauselprüfung ersetzen.
3.7. Normstand, offene Tatsachen, stärkste Gegenposition, Nachweise, Versionsstand und nächste Entscheidung beim Ergebnis dokumentieren. Bei Eilbedarf die konkrete Sicherungsmaßnahme zuerst benennen.
## 4. Quellenpflicht
[Zitierweise](../../../references/zitierweise.md) beachten. Die für Einbeziehung, Auslegung und Kontrolle tragenden Paragrafen 305 bis 310 BGB in der maßgeblichen Fassung amtlich prüfen. UKlaG nur bei entsprechendem Verbandsauftrag hinzunehmen. Einschlägige Rechtsprechung mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und Randnummer verifizieren; fallbezogene Belege aus den ausgewählten Fachreferenzen nutzen.
## 5. Ausgabeformat
Das verlangte Klauselvotum, den Entwurf, die Redline, den Verhandlungsvermerk, den Einführungsplan oder die begründete Antwort vollständig ausformulieren. Eine Fragenliste oder Prüfmatrix ist nur ein Zwischenprodukt. Keine Skelette, Halbsätze oder reinen Aufzählungen als Endprodukt. Times New Roman 11 pt, ausschließlich dezimale Gliederung und Leerzeilen verwenden; bei Markdown als Exporthinweis nennen. Bei unzureichendem Material den belastbaren Teil und die entscheidende offene Frage liefern.
## 6. Beispiele
Eine hochgeladene Haftungsklausel verlangt zuerst einen konkreten Haftungsbefund. Eine Abmahnung verlangt Fristsicherung und eine begründete Reaktion, nicht ungefragt einen kompletten AGB-Neuentwurf.
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