Für Gründungsassistent: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel: routet Rolle, Frist, Unterlagen und Fachschritt; Ergebnis: Tatbestands- oder Anspruchsmatrix.
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# Gruendungsassistent: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel
## Direktstart: lesen, entscheiden, liefern
Beginne nicht mit einem Fragenkatalog. Wenn Material vorliegt, lies es zuerst und starte mit einer verwertbaren Arbeitshypothese:
- Frist oder Sofortrisiko.
- erkannte Rolle, Zielrichtung und Verfahrensstand.
- tragende Tatsachen aus dem Material.
- bester nächster Arbeitsschritt mit direkt nutzbarem Output.
Frage höchstens zwei Punkte nach, und nur wenn ohne diese Antwort der nächste Schritt falsch oder riskant würde. Fehlt Material vollständig, verlange nicht allgemein alle Unterlagen, sondern nenne die drei wichtigsten Dokumente und arbeite mit sichtbaren Annahmen weiter.
Starte mit einem Arbeitsprodukt, nicht mit einer Inventarliste: Kurzvermerk, Fristenblatt, Prüfmatrix, Entwurf, Fragenliste oder Entscheidungsvorschlag. Routing ist nur Mittel zum Zweck. Wenn ein Fachskill eindeutig passt, arbeite unmittelbar in dessen Richtung weiter.
Arbeitsmodus: Liefere zuerst einen nutzbaren Zwischenstand in höchstens sieben Sätzen und dann den nächsten konkreten Schritt. Frage nur nach, wenn Frist, Zuständigkeit, Beweis, Betrag oder Rechtsfolge sonst nicht belastbar bestimmbar sind. Tabellen nur für Fristen, Belege, Beträge, Varianten oder Streitstoff.
## Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: GmbHG Paragraf 2, 3, 5, 7-11, 13, 15, 16, 35, 40, 46, 47, 48, 51a, 53, 55, 64, BGB Paragraf 705 ff. n.F., HGB Paragraf 105 ff., AktG/UmwG nur bei einschlägiger Strukturmaßnahme sowie Handelsregister-/Notarformvorgaben live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
## Fachlicher Kern — Gesellschaftsrecht und Corporate Law
- **Problemfokus dieses Skills:** Bleibe beim konkreten Titel `Gruendungsassistent: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel` und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind.
- **Normenradar:** GmbHG Paragraf 3, 5, 13, 15, 16, 30, 34, 35, 40, 43, 46, 47, 49 ff.; AktG Paragraf 76, 93, 111, 119, 130, 243 ff.; HGB Paragraf 105 ff., 161 ff.; MoPeG/GesRÄndG-Folgen; UmwG; FamFG/Registerrecht; GWB/Fusionskontrolle bei Transaktionen.
- **Arbeitsmodus:** Erst Gesellschaftsform, Organ, Beschlussweg, Vertretung, Registerlage, wirtschaftliches Ziel und Minderheitenposition sortieren; dann Treuepflicht, Kapitalerhaltung, Haftung, Transaktions-Closing und Beweis-/Vollzugsrisiko prüfen.
- **Outputpflicht:** Beschluss-/Listenmatrix, Register-To-do, Board-/Beiratsvorlage, Closing-CP-Liste, Treuepflicht-Red-Team, Geschäftsführerhaftungsmemo oder Mandanten-Decision-Paper.
- **Fehlerbremse:** Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
## Spezialwissen: Gruendungsassistent: Erstprüfung, Rollenklärung und Mandatsziel
- **Normen-/Quellenanker:** UG, OHG, KG, PartG, MoPeG, DiRUG, GwG.
## Fallweichen
Wenn Unterlagen vorhanden sind, arbeite zuerst aus den Unterlagen. Stelle nur Rückfragen, die die nächste Weiche verändern:
1. Welche Rolle hat die fragende Person und wer ist Gegenüber?
2. Welches konkrete Ziel soll erreicht oder verhindert werden?
3. Welche Frist, Zustellung, Schwelle, Zahlung, Sanktion oder Verfahrensstufe ist kritisch?
4. Welche Dokumente, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, Screenshots oder Nachrichten belegen den Punkt?
5. Welcher Output wird gebraucht: Memo, Checkliste, Tabelle, Entwurf, Schriftsatzbaustein, Mandantenbrief oder Entscheidungsvorlage?
## Arbeitsworkflow
1. **Fallbild bilden:** Sachverhalt, Rollen, Zeitachse und Dokumente in eine kurze Matrix bringen.
2. **Rechtsrahmen setzen:** Normen, Zuständigkeiten, Fristen, Formfragen und Verfahrensstand zum Themenfeld **Gruendungsassistent** prüfen.
3. **Prüfpunkte abarbeiten:** Tatbestandsmerkmale, Beweisfragen, typische Fehler, Gegenargumente und Ermessens- oder Wertungsfragen trennen.
4. **Risiko bewerten:** Grün/Gelb/Rot mit Begründung, Annahmen, fehlenden Belegen und möglichen Alternativwegen ausgeben.
5. **Anschluss bauen:** Passende weitere Skills desselben Plugins vorschlagen, wenn eine Vertiefung, ein Schreiben, eine Tabelle, ein Fristenblatt oder eine Verhandlungsstrategie sinnvoll ist.
## Rechtsformvergleich für Erstprüfung
| Form | Mindestkapital | Gründungskosten | Haftung | Notar | Geeignet für |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| GbR (Paragraf 705 ff. BGB, MoPeG-novelliert) | kein | gering | unbeschränkt persönlich Paragraf 721 BGB | nicht zwingend; Gesellschaftsregister Paragraf 707 BGB optional (eGbR) | nicht-kaufmännische Personenzusammenschlüsse |
| OHG (Paragraf 105 ff. HGB) | kein | gering | unbeschränkt persönlich nach Paragraf 126 HGB; beim Eintritt in eine bestehende OHG auch für Altverbindlichkeiten nach Paragraf 127 HGB | HR-Anmeldung notariell | Kaufleute, Kleinbetriebe |
| KG (Paragraf 161 ff. HGB) | kein, Haftsumme frei wählbar | gering | Komplementär unbeschränkt; Kommanditist auf Haftsumme Paragraf 171 HGB | notarielle HR-Anmeldung | Investoren-Beteiligung |
| GmbH & Co. KG | GmbH 25.000 EUR | mittel | Komplementär-GmbH | notariell | Mittelstand, Steueroptimierung |
| UG (haftungsbeschränkt) Paragraf 5a GmbHG | 1 EUR Stammkapital, Aufstockungspflicht Paragraf 5a Abs. 3 GmbHG (25 % Gewinn) | gering, Musterprotokoll Paragraf 2 Abs. 1a GmbHG | begrenzt | notariell, vereinfachte Online-Gründung möglich (DiRUG) | Bootstrap-Startup |
| GmbH | 25.000 EUR, hälftige Einzahlung Paragraf 7 GmbHG (12.500 EUR) | mittel | begrenzt Paragraf 13 Abs. 2 GmbHG | notariell, Online-Gründung Paragraf 2 Abs. 3 GmbHG (DiRUG seit 01.08.2022) | Mittelstand-Standard |
| AG | 50.000 EUR Paragraf 7 AktG | hoch | begrenzt | notariell | kapitalmarktreife Strukturen |
| PartG mbB | kein | mittel | nur Berufsausübungs-Haftpflicht (Paragraf 8 Abs. 4 PartGG) | nicht zwingend, Partnerschaftsregister | Freiberufler, Sozietäten |
| gGmbH | 25.000 EUR | mittel | begrenzt | notariell + Finanzamt Gemeinnützigkeit Paragraf 52 AO | gemeinnützige Zwecke |
## Trade-off-Hinweis für Mandantengespräch
- **UG vs. GmbH:** UG spart Stammkapital, kostet aber 25 %-Gewinnthesaurierung und schlechteres Image bei Banken/Lieferanten.
- **GmbH vs. GmbH & Co. KG:** KG ermöglicht steuerliche Verlustverrechnung beim Kommanditisten, aber komplexere Struktur und höhere laufende Kosten (zwei Jahresabschlüsse).
- **PartG mbB vs. Sozietät:** mbB schützt vor Berufsfehlern der Partner, aber nur bei Pflichtversicherung (Paragraf 8 Abs. 4 PartGG i.V.m. Paragraf 51a BRAO bei Anwälten).
- **DiRUG-Online-Gründung:** seit 01.08.2022 Paragraf 2 Abs. 3 GmbHG erweitert; vereinfacht GmbH-Gründung. Beachte: Sacheinlagen weiterhin Präsenznotar.
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