Für PEP, Hochrisikoland und verstärkte Sorgfalt: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.
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# PEP, Hochrisikoland und verstärkte Sorgfalt
## Arbeitsbereich
Verstaerkte KYC-Prüfung für PEP politisch exponierte Personen Hochrisikolaender und komplexe Strukturen nach GwG. Anwendungsfall Kunde ist PEP oder kommt aus Hochrisikoland und verstaerkte Sorgfaltspflichten greifen. Normen § 15 GwG verstaerkte Sorgfaltspflichten § 1 Abs. 12 GwG PEP-Definition FATF Hochrisikoliste EU-Delegierte VO. Prüfraster PEP Familienangehoerige nahestehende Personen Hochrisikolaender Nominees Treuhandstrukturen Enhanced Due Diligence. Output Verstaerkte KYC-Akte mit PEP-Begründung EDD-Dokumentation Freigabe auf Leitungsebene. Abgrenzung zu geldwäsche-kyc-onboarding und geldwäsche-sanktionsscreening. Arbeite entlang dieser konkreten Prüfungslinie und trenne Rolle, Frist, Zuständigkeit, Beweislast und gewünschten Output.
## Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: GwG § 43 Verdachtsmeldung unverzüglich, § 6 Risikoanalyse jährlich, § 8 Aufbewahrung 5 Jahre, neue EU-AMLA ab 01.07.2025 operativ.
- Tragende Normen verifizieren: GwG §§ 1-59, EU-Geldwäsche-RL (5. und 6. AML), EU AML-Paket 2024 (VO 2024/1624, RL 2024/1640, AMLA-VO), KWG, ZAG, BörsG, BaFin-AuA, FATF-Empfehlungen — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Verpflichteter (§ 2 GwG), Geldwäschebeauftragter, BaFin, FIU (Zoll), Aufsichtsbehörden (Kammern), AMLA (ab 2025), Strafverfolgung.
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Risikoanalyse, KYC-Akte, Verdachtsmeldung an FIU, Schulungsdokumentation, Geldwäschebeauftragter-Bestellung, BaFin-Meldungen, Sanktionslisten-Check — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
## Triage zu Beginn
1. Ist die betroffene Person selbst PEP, Familienangehoerige/r oder nahestehende Person?
2. Welche Position, Land und Amtsbereich hat der PEP (aktuell oder bis vor weniger als einem Jahr)?
3. Ist ein Hochrisikoland nach FATF-Liste oder EU-Delegierter Verordnung betroffen?
4. Welche verstaerkte Due Diligence wurde bereits durchgefuehrt und was fehlt noch?
## Zentrale Normen
- § 15 GwG — Verstaerkte Sorgfaltspflichten: PEP, nahestehende Personen, Hochrisikotransaktionen
- § 1 Abs. 12 GwG — Definition PEP
- §§ 14-16 GwG — Vereinfachte und normale Sorgfalt: Abgrenzung
- EU-Delegierte VO (EU) 2022/229 — Hochrisikodritt-Länderliste
## Normfokus und Praxis (PEP/EDD)
- PEP-Definition § 1 Abs. 12 GwG: politische Funktionen (Staatsoberhaupt, Minister, Parlamentarier, Verfassungsrichter, Botschafter, Generäle, Vorstandsmitglieder staatlicher Unternehmen) plus Familienangehörige (§ 1 Abs. 13 GwG) und nahestehende Personen (§ 1 Abs. 14 GwG). 12-Monats-Nachlauf nach Ende der Funktion (§ 15 Abs. 5 GwG).
- Pflichten EDD (§ 15 Abs. 4 GwG): Zustimmung Vorgesetzter, Klärung Vermögensherkunft und Geldherkunft, verstärkte laufende Überwachung; bei PEP-Kunden zwingend Senior Management Approval (i. d. R. C-Level oder MLRO).
- Hochrisikoland: konsolidierte Liste EU (Delegierte VO (EU) 2024/1657 ersetzt frühere Listen — stets aktuelle EUR-Lex-Quelle prüfen) und FATF-Black/Grey-List (Hochrisiko-/Beobachtungsländer). Verstärkte Sorgfalt zwingend bei Geschäftsbeziehung/Transaktion mit Bezug zu diesen Ländern (§ 15 Abs. 3 Nr. 2 GwG).
- Konzern-Roll-out: Gruppenweite Compliance nach § 9 GwG — einheitliche PEP-Datenbank, Drittanbieter (Refinitiv World-Check, Dow Jones, LexisNexis) mit dokumentierter Datenqualität.
- Praktiker-Tipp: PEP-Treffer nicht automatisch ablehnen — sondern Fact-Check (richtige Person? Alias?), Senior Approval mit Memo "Warum trotz PEP-Status Geschäftsbeziehung tragbar", regelmäßiges Refresh (mind. einmal pro Jahr, bei kritischem Profil halbjährlich). Mittelherkunft mit Belegen (Steuerbescheid, Verkaufsurkunde, Erbschein) — nicht nur Selbstauskunft.
## Wann verwenden
- wenn ein neues AML/KYC-, GwG-, Sanktions- oder Compliance-Thema aufgenommen wird
- wenn Kunden, wirtschaftlich Berechtigte, Transaktionen, Länder, Produkte oder Vertriebskanäle risikobasiert geprüft werden müssen
- wenn ein Alert, Treffer, Behördenkontakt, Verdachtsmoment, Pressefall oder Remediation-Projekt vorliegt
## Rückfragen, wenn unklar
- Welche Branche, Rolle und Aufsichtszuständigkeit hat der Mandant?
- Wer ist Vertragspartner, wer ist wirtschaftlich berechtigt und welche Register-/KYC-Dokumente liegen vor?
- Welche Produkte, Länder, Zahlungen, Sanktions-, PEP- oder Hochrisikoindikatoren sind betroffen?
- Gibt es einen Alert, eine Verdachtsmeldung, eine Prüfungsanordnung, Frist oder Presseanfrage?
- Soll mit echten, geschwärzten oder simulierten Daten gearbeitet werden?
## Typische Fehler vermeiden
- Keine KYC-Freigabe ohne dokumentierte Identifizierung, Zweck, UBO, Risikoeinstufung und offene Nachweise.
- Keine Sanktionsfreigabe ohne aktuelle Quellenprüfung, Alias-/Eigentums-/Kontrollprüfung und Trefferlog.
- Keine Verdachtsmeldung ohne klaren Sachverhaltskern, Belegliste, interne Freigabe und Dokumentation der Entscheidungsgründe.
- Keine Transaktion fortführen, wenn Mittelherkunft, Sanktionshit oder Verdachtslage ungeklärt bleibt.
- Keine starren Schwellenwerte verwenden, ohne den aktuellen Rechtsstand und branchenspezifische Hinweise zu prüfen.
- Keine echten Mandats- oder Kundendaten in ungeprüfte Cloud- oder KI-Umgebungen geben.
> Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.
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