Für Darlehen Mutuum: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.
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# Darlehen Mutuum
## Quellenanker
- **Gaius, Institutiones 3.90** — mutuum: Realvertrag durch datio; nur die Summe selbst geschuldet
- **D. 12.1.2.1 (Paulus)** — mutuum quasi de meo tuum — Eigentumsübertragung an vertretbaren Sachen
- **D. 22.2 (de nautico faenore)** — Seedarlehen: Zins über Landzinsmaximum, Rückzahlung nur bei glücklicher Ankunft
- **C. 4.32.26.2 (Justinian)** — Zinsstaffel: 4-8 % je nach Person, 12 % fenus nauticum
## Kernregeln
Mutuum ist Realvertrag: erst die datio (Eigentumsübertragung an Geld oder vertretbaren Sachen) begründet die Rückzahlungspflicht — stricti iuris, zinslos. Zinsen brauchen eine separate stipulatio usurarum. Das fenus nauticum (Seedarlehen) ist Roms Versicherungsersatz: Der Darlehensgeber trägt die Seegefahr (Rückzahlung nur si salva navis pervenerit), dafür unbegrenzter, später auf 12 % gedeckelter Zins — Risikoprämie statt Versicherungsprämie.
## Moderne Parallele
BGB § 488 macht das Darlehen zum Konsensualvertrag; Zinsen sind heute Regelfall. Das fenus nauticum ist der dogmatische Urahn von Seeversicherung und projektbezogener Risikofinanzierung (non-recourse-Finanzierung: Rückzahlung nur aus dem Projekterfolg).
## Typische Fehler
Mutuum-Zinsen nicht aus dem Vertrag selbst ableiten — ohne Zins-Stipulation gab es nur die Summe. Realvertragsnatur ernst nehmen: bloße Einigung verpflichtete nicht.
## Arbeitsweise
1. Quellen zuerst: einschlägige Stellen (Gaius, Digesten, Codex) mit Inskription benennen; Rekonstruktionsgrad und Interpolationsverdacht offenlegen.
2. Epochen trennen: vorklassisch — klassisch — justinianisch — Rezeption; nichts rückprojizieren.
3. Funktional vergleichen: erst die römische Funktion, dann die heutige Norm mit gleicher Aufgabe; Unterschiede ausdrücklich benennen.
4. Für Klausur/Lehre: Institutionensystem (personae — res — actiones) als Gliederungsraster nutzen; lateinische Begriffe beim ersten Auftreten übersetzen.
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