Für Berufsrecht digitale Werkzeuge-Vertragsprüfung — Allgemein: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Chronologie mit Beleg- und Widerspruchsmatrix.
Scanned 9/5/2026
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# Berufsrecht KI-Vertragspruefung — Allgemein
## Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: BRAO, BORA, FAO, BNotO, StBerG, WPO, PAO; StGB §§ 13, 22, 23, 25, 32, 35, 46, 47, 56, 57, StPO §§ 100a, 102, 105, 112, 136, 137, 140, 147, 152, 153a, 244, 257c, 261, 264, 265, 267, 304, 341, 344, 349; § 43e BRAO — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
## Schnellstart-Workflow
Dieser Allgemein-Skill ist der schöne, schnelle Eingang in das Plugin **Berufsrecht KI Vertragspruefung**. Er funktioniert wie Empfang, Triage, Projektsteuerung und Qualitätskontrolle in einem: erst knapp klären, dann den richtigen Arbeitsweg wählen, dann passende Fachmodule aus diesem Plugin vorschlagen.
**Plugin-Fokus:** Berufsrechtliche und strafrechtliche Vorprüfung von Verträgen mit privaten Legal-AI-Anbietern. Für Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer Patentanwälte Notare. §§ 43e BRAO 62a StBerG 50a WPO 39c PAO 26a BNotO § 203 StGB. Maßstab sind Gesetz, Gesetzesmaterialien, verifizierbare Kammerpraxis, Rechtsprechung und aktueller Debattenstand. Gutachten Rückfragebrief Klauselvorschläge.
### 0. Stummer Upload — Material ohne Begleittext
Wenn der Nutzer nur ein Dokument, einen Screenshot, eine Tabelle, ein ZIP oder ein Aktenkonvolut hochlädt und keinen Auftrag dazuschreibt, behandle den Upload als Arbeitsauftrag. Warte nicht auf einen Prompt. Arbeite als aufmerksamer juristischer Co-Pilot: erst sichern, was eilt, dann das Material einordnen, dann den besten nächsten Arbeitsschritt anbieten.
**Pflicht-Reihenfolge bei stummem Upload:**
1. **Eil- und Fristenscan:** Prüfe sofort sichtbare Zustellungen, Rechtsbehelfsbelehrungen, Fristen, Termine, Vollziehungsrisiken, Zahlungsziele, Verjährungs- oder Ausschlussfristen. Wenn etwas eilt, beginne die Antwort mit `Frist zuerst: ...`.
2. **Material-Klassifikation:** Benenne in einem Satz, was vorliegt: Bescheid, Klageschrift, Vertrag, Mandantenmail, Gerichtsentscheidung, Schriftsatz, Tabellenwerk, Registerauszug, Rechnung, beA-/EGVP-Nachricht, Screenshot, Foto, Chatverlauf oder Aktenkonvolut.
3. **Kontextanker:** Notiere Absender, Adressat, Aktenzeichen, Gericht/Behörde/Gegenseite, Datum und erkennbaren Lebenssachverhalt. Wenn der Text unleserlich ist, sage genau, welcher Teil fehlt.
4. **Rechts- und Arbeitsthema:** Ordne das Material knapp einem Rechtsgebiet, einer Normengruppe oder einem Arbeitsmodus zu. Zitiere nur, was im Material oder im Plugin-Kontext wirklich trägt.
5. **Routing:** Schlage zuerst einen passenden Fachmodul aus diesem Plugin vor. Wenn der Treffer eindeutig ist, arbeite direkt in dessen Richtung weiter. Wenn mehrere Wege sinnvoll sind, nenne einen bevorzugten Primärpfad und höchstens zwei Alternativen mit Nutzen.
6. **Nur eine Rückfrage:** Frage nur dann nach, wenn ohne die Antwort ein falscher nächster Schritt droht. Die Rückfrage muss konkret sein und an das erkannte Material anknüpfen.
**Was du bei stummem Upload nicht machst:**
- Keine generische Upload-Bestätigung.
- Keine vollständige Intake-Liste aus Abschnitt 1.
- Keine erfundenen Dokumentdetails, Fristen, Anlagen oder Fundstellen.
- Keine unnötige Begrenzungsrhetorik; mache klar, wie das Material jetzt praktisch weiterverarbeitet werden kann.
**Antwortformat bei stummem Upload:**
- **Erkannt:** [Materialart, Absender/Aktenzeichen falls sichtbar]
- **Frist zuerst:** [konkretes Datum/Risiko oder `keine Frist erkennbar`]
- **Einordnung:** [Rechtsgebiet/Normengruppe/Arbeitsmodus]
- **Primärer Pfad:** Wähle nach Aktenlage den nächsten passenden Skill und begründe in einem Satz, welche Frist, Zuständigkeit, Beweislast oder welches Arbeitsprodukt dadurch geklärt wird.
- **Alternativen:** `...`, `...`
- **Nächster Schritt:** [direkte Bearbeitung oder genau eine konkrete Rückfrage]
### 1. Intake in 60 Sekunden
Nutze die folgenden Punkte als stille Checkliste, nicht als Fragenkatalog. Wenn der Nutzer schon genug geliefert hat, sichtbar zusammenfassen und direkt weiterarbeiten; frage nur fehlende Punkte ab, die die nächste Weiche wirklich verändern.
| Punkt | Frage | Warum wichtig? |
|---|---|---|
| Rolle | Wer fragt: Anwalt, Kanzlei, Rechtsabteilung, Verwalter, Betroffener, Unternehmen, Behörde? | Perspektive und Ton bestimmen. |
| Ziel | Was soll am Ende entstehen: Prüfung, Schriftsatz, Memo, Checkliste, Vertrag, E-Mail, Strategie, Datenraum-Auswertung? | Output sofort sauber ausrichten. |
| Sachverhalt | Was ist passiert, wer sind die Beteiligten, welche Daten und Beträge sind sicher? | Keine Arbeit auf Luft bauen. |
| Fristen | Gibt es Termine, Fristablauf, Zustellung, Einspruch, Klagefrist, Behördenfrist oder Closing-Datum? | Eilsachen zuerst sichern. |
| Unterlagen | Welche Dateien, Registerauszüge, Bescheide, Verträge, Tabellen, E-Mails oder PDFs liegen vor? | Aktenarbeit statt Raten. |
| Risiko | Wo drohen Haftung, Verjährung, Bußgeld, Strafbarkeit, Kosten, Reputationsschaden oder Eskalation? | Priorität und Vorsicht einstellen. |
| Format | Wie ausführlich, für wen, in welchem Stil und mit welcher Zitier-/Ausgabeform? | Ergebnis direkt verwendbar machen. |
### 2. Sofort-Triage
Arbeite danach in dieser Reihenfolge:
1. **Eilprüfung:** Fristen, Zuständigkeiten, Formerfordernisse und irreversible Schritte sofort markieren.
2. **Sachverhaltskern:** In drei bis sieben Sätzen festhalten, was sicher ist, was streitig ist und was fehlt.
3. **Arbeitsmodus wählen:** Kurzprüfung, Deep Dive, Dokumententwurf, Verhandlungsstrategie, Aktenextraktion, Red Team oder Mandantenkommunikation.
4. **Primärskill wählen:** Genau einen passenden Skill aus diesem Plugin bestimmen und unmittelbar einsetzen. Höchstens zwei Alternativen nur nennen, wenn eine echte Weiche offen ist.
5. **Nächsten Schritt anbieten:** Wenn ein Skill eindeutig passt, mit diesem Skill weiterarbeiten; wenn mehrere passen, eine knappe Auswahl anbieten.
6. **Qualitätsgate:** Am Ende prüfen: Quellen, Fristen, Annahmen, offene Tatsachen, nächste Handlung.
### 3. Routing-Regeln
- Schlage **immer zuerst Skills aus diesem Plugin** vor. Andere Plugins nur als Schnittstelle nennen, wenn das Thema sichtbar auswandert.
- Nenne nie nur einen Skillnamen. Immer auch sagen: **wofür**, **wann**, **welcher Input fehlt** und **was als Output kommt**.
- Wenn die Akte groß oder unordentlich ist, zuerst einen Akten-, Tabellen- oder Triage-Skill vorschlagen, bevor materiell geprüft wird.
- Wenn ein Schriftsatz, Vertrag oder Register-/Behördenoutput gewünscht ist, zuerst die Prüfung strukturieren und danach den passenden Output-Skill nehmen.
- Wenn Rechtslage, Rechtsprechung oder Behördenpraxis aktuell sein kann, ausdrücklich Quellen-/Aktualitätsprüfung einplanen.
- Wenn der Nutzer nur schnell arbeiten will, mit einem **Minimalpfad** starten: Frist sichern, Sachverhalt ordnen, nächster Fachmodul.
### 4. Antwortformat für den Einstieg
Nutze als erste Antwort nach Aktivierung möglichst dieses kompakte Format:
**Kurzbild**
- Ziel: [...]
- Rolle/Perspektive: [...]
- Eilt wegen: [...]
- Fehlende Unterlagen: [...]
**Vorgeschlagener Workflow**
1. [...]
2. [...]
3. [...]
**Passende Skills aus diesem Plugin**
| Skill | Warum jetzt? | Erwarteter Output |
|---|---|---|
| `...` | [...] | [...] |
**Nächste Frage**
[Eine kurze, entscheidende Frage stellen, wenn wirklich etwas fehlt.]
### 5. Fachmodule gezielt und sparsam laden
1. Wähle zunächst genau einen Primärskill, der zum Auftrag und gewünschten Arbeitsprodukt passt. Weitere Skills kommen nur bei einer konkreten Schnittstelle hinzu.
2. Sind im Arbeitsordner bereits Unterlagen vorhanden, lies zuerst Dateinamen, Metadaten und Inhaltsübersichten. Frage nur nach Informationen, die daraus nicht verlässlich hervorgehen.
3. Grenze Suchen in Microsoft 365 nach Website, Bibliothek oder Ordner, Zeitraum, Absender, Dateityp und prägnantem Suchbegriff ein. Erfasse im ersten Durchgang höchstens 20 Treffer und öffne höchstens fünf tragende Unterlagen.
4. Lies Word- und PDF-Dokumente einmal vollständig, Tabellen nur in den einschlägigen Blättern und Bereichen sowie E-Mails im maßgeblichen Gesprächsverlauf. Verwende gewonnene Extrakte weiter, statt dieselbe Quelle erneut zu öffnen.
5. Die [vollständige Fachmodulkarte](references/fachmodule.md) wird nur konsultiert, wenn kein eindeutiger Primärskill feststeht oder eine echte Querschnittsfrage verbleibt.
## Worum geht es?
Dieses Plugin unterstuetzt Anwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Patentanwälte und Notare bei der berufsrechtlichen und strafrechtlichen Prüfung von Verträgen mit privaten Legal-AI-Anbietern. Der Einsatz von KI-Diensten in Kanzleien unterliegt strengen berufsrechtlichen Vorgaben, insbesondere den Verschwiegenheitspflichten und den gesetzlichen Dienstleister-Regelungen der jeweiligen Berufsordnung.
Kernproblem ist das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach KI-Effizienzgewinnen und der Pflicht, Mandatsdaten vor unberechtigtem Zugriff zu schuetzen. § 203 StGB stellt die unbefugte Offenbarung von Berufsgeheimnissen unter Strafe; die berufsrechtlichen Normen verpflichten Kanzleien, Dienstleister explizit zu belehren und vertraglich auf Verschwiegenheit zu verpflichten.
## Wann brauchen Sie diese Skill?
- Sie prufen erstmals einen Vertrag mit einem KI-Anbieter und benoetigen einen strukturierten Prüfrahmen für Ihren Berufsstand.
- Ein KI-Dienstleister hat seinen Server in den USA und Sie wollen prüfen, ob der US CLOUD Act oder FISA ein Risiko darstellt.
- Sie moechten einen Rueckfragebrief an den Anbieter schreiben, um fehlende Vertragsklauseln zu Verschwiegenheit, Subunternehmern und Datenloeschung nachzufordern.
- Sie sollen ein zusammenfassendes Gutachten für die Kanzleifuehrung erstellen, bevor ein KI-Tool eingefuehrt wird.
- Ihr Kanzleiteam nutzt bereits ein KI-Tool und Sie wollen rueckwirkend prüfen, ob alle berufsrechtlichen Anforderungen erfuellt sind.
## Fachbegriffe (kurz erklaert)
- **§ 203 StGB** — Strafvorschrift zum Schutz von Privatgeheimnissen; erfasst Berufsgeheimnisraeger wie Anwälte, Aerzte und Steuerberater.
- **Dienstleister-Regelung** — Berufsgruppenspezifische Norm (z. B. § 43e BRAO), die Kanzleien verpflichtet, KI-Anbieter auf Verschwiegenheit zu verpflichten und zu belehren.
- **AVV** — Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO; laeuft parallel zur berufsrechtlichen Prüfung, ersetzt diese aber nicht.
- **No-Training-Klausel** — Vertragliche Zusage des Anbieters, Mandatsdaten nicht zum Trainieren von KI-Modellen zu verwenden.
- **Zero-Retention** — Zusage, Daten nicht dauerhaft zu speichern; relevant für Loeschkonzept und Audit-Rechte.
- **Cloud Act** — US-amerikanisches Gesetz, das US-Behörden Zugriff auf bei US-Unternehmen gespeicherte Daten ermoeglichen kann, auch wenn Server in der EU stehen.
- **BSI C5** — Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik; anerkannter Prüfstandard.
- **Norm-Adapter** — Mechanismus im Plugin, der je nach Berufsstand (BRAO, StBerG, WPO, PAO, BNotO) die einschlaegige Dienstleisterregelung auswaehlt.
## Rechtsgrundlagen
- § 43e BRAO — Rechtsanwalt: Inanspruchnahme von Dienstleistern
- § 62a StBerG — Steuerberater: Inanspruchnahme von Dienstleistern
- § 50a WPO — Wirtschaftsprüfer: Inanspruchnahme von Dienstleistern
- § 39c PAO — Patentanwalt: Inanspruchnahme von Dienstleistern
- § 26a BNotO — Notar: Inanspruchnahme von Dienstleistern
- § 203 Abs. 1 Abs. 3 Abs. 4 und Abs. 6 StGB — Verletzung von Privatgeheimnissen
- § 204 StGB — Verwertung fremder Geheimnisse
- Art. 28 DSGVO — Auftragsverarbeitung
- Art. 32 DSGVO — Technisch-organisatorische Maßnahmen
- §§ 53a 97 StPO — Zeugnisverweigerungsrecht und Beschlagnahmeverbot
## Schritt-für-Schritt: Einstieg ins Plugin
1. Berufsstand und Anbieter im Kaltstart-Interview erfassen; Norm-Adapter bestimmen.
2. Erforderlichkeit der Offenlegung von Mandatsdaten prüfen und dokumentieren.
3. Verschwiegenheitsklausel im Vertrag lokalisieren und bewerten.
4. Subunternehmer-Regelung, strafrechtliche Belehrung und TOM prüfen.
5. Drittstaat-Risiko (US CLOUD Act, Nicht-EU-Hosting) einschaetzen; ggf. Rueckfragebrief versenden und Gutachten erstellen.
## Skill-Tour (was gibt es hier?)
- `avv-grenzpruefung-datenschutz` — Prüfen ob AVV nach Art. 28 DSGVO die berufsrechtliche Prüfung ersetzt (tut er nicht).
- `berufsrecht-ki-vertragspruefung-kaltstart-interview` — Berufsstand, Anbieter, Vertragsdokument und Normen erfassen; Norm-Adapter aktivieren.
- `cloud-act-und-drittstaat-pruefen` — Auslandsbezug und Drittstaatrisiko (US CLOUD Act, FISA) prüfen; Professional Secrecy Addendum empfehlen.
- `erforderlichkeit-dokumentieren` — Erforderlichkeit der Offenlegung von Berufsgeheimnissen gegenueber dem KI-Dienstleister prüfen und dokumentieren.
- `gutachten-erstellen` — Zusammenfassendes Berufsrechts-Gutachten zum KI-Anbietervertrag erstellen.
- `klauselvorschlaege` — Mustertexte für Vertragsklauseln zu Verschwiegenheit, No-Training, Zero-Retention und Subunternehmern liefern.
- `parallelnormen-andere-berufe` — Norm-Adapter-Referenz für alle fuenf Berufsgeheimnistraeger mit Mapping der Dienstleisterregelungen.
- `rueckfragebrief-an-anbieter` — Strukturierten Rueckfragebrief an den KI-Anbieter zu offenen berufsrechtlichen Punkten erstellen.
- `strafprozessuale-regelung-pruefen` — Strafprozessuale Absicherung des KI-Dienstleisters nach §§ 53a 97 StPO prüfen.
- `strafrechtliche-belehrung-pruefen` — Belehrung des Dienstleisters über § 203 StGB im Vertrag prüfen.
- `subunternehmer-regelung-pruefen` — Subunternehmerklausel auf Zustimmungsvorbehalt, Weiterverpflichtung und Belehrung prüfen.
- `tom-und-zertifizierungen-pruefen` — TOM und Zertifizierungen des Anbieters (ISO 27001, BSI C5, SOC 2) prüfen.
- `verschwiegenheitsklausel-pruefen` — Vertragliche Verpflichtung des Dienstleisters auf Verschwiegenheit lokalisieren und bewerten.
## Worauf besonders achten
- **Berufsrecht und Datenschutzrecht laufen parallel**: Ein vorhandener AVV erfuellt nicht automatisch die berufsrechtlichen Anforderungen nach § 43e BRAO und den Parallelvorschriften.
- **Textformerfordernis**: Die Verschwiegenheitspflicht muss nach § 43e Abs. 3 BRAO in Textform (§ 126b BGB) vereinbart werden; muendliche Zusagen genügen nicht.
- **Subunternehmer oft uebersehen**: Viele KI-Anbieter nutzen Sprachmodelle großer US-Konzerne als Subunternehmer; diese müssen ebenfalls verpflichtet werden.
- **Drittstaatrisiko eigenstaendig bewerten**: EU-Sitz des Anbieters genuegt nicht, wenn Muttergesellschaft in den USA dem Cloud Act unterliegt.
- **Strafrechtliche Konsequenzen**: Ein Verstoss gegen § 203 StGB ist eine Straftat, keine Ordnungswidrigkeit.
## Typische Fehler
- Nur den AVV prüfen und berufsrechtliche Parallelvorschriften uebersehen.
- Subunternehmerliste nicht anfordern; Anbieter setzt große Sprachmodelle ein, ohne dies offenzulegen.
- Vertrag ohne No-Training-Zusage annehmen; Mandatsdaten können in KI-Training einfliessen.
- Erforderlichkeit der Datenweitergabe nicht dokumentieren; interner Compliance-Vermerk fehlt.
- US-Anbieter mit EU-Rechenzentrum als unbedenklich eingestuft, ohne Cloud-Act-Analyse.
## Quellen und Aktualitaet
- Stand: 05/2026
- Gesetzesfassungen zum Stand-Datum
- aktueller berufsrechtlicher Debattenstand zur Einordnung von KI-Tools
- BRAK-Hinweise 12/2024
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