Für Römisches Recht: Römisches Recht und Stadtrechte Norditalien: ordnet Norm, Beweislast und Gegenargument; Ergebnis: Prüfprodukt mit Risiko und nächstem Schritt.
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# Römisches Recht: Römisches Recht und Stadtrechte Norditalien
## Quellenanker
- **Accursius, Glossa ordinaria (ca. 1230)** — Standardglosse: quicquid non agnoscit glossa, non agnoscit curia
- **Bartolus de Saxoferrato (1313-1357)** — Kommentatoren: nemo iurista nisi Bartolista — Praxisanpassung des römischen Rechts
- **Reichskammergerichtsordnung 1495** — Rezeption: Urteil 'nach des Reichs gemeinen Rechten'
- **Windscheid, Pandektenrecht (1862 ff.)** — Pandektistik: Anspruchsbegriff, Rechtsgeschäftslehre — direkte BGB-Vorlage
## Kernregeln
Wirkungsgeschichte in Stufen: Glossatoren (Bologna, ab ca. 1100) erschließen den wiederentdeckten Digestentext philologisch (Glossen, Summen); Kommentatoren (Bartolus, Baldus) machen ihn praxistauglich (Statutentheorie als IPR-Geburt, Handelsrecht); mos italicus (praktisch) vs. mos gallicus (humanistisch-historisch, Cujas) markieren den Methodenstreit des 16. Jh.; usus modernus pandectarum wendet selektiv an ('heutiger Gebrauch'); Pandektenwissenschaft des 19. Jh. (Savigny, Puchta, Windscheid) baut das Begriffssystem, das 1900 BGB wird. Kanonisches Recht steuert bei: pacta sunt servanda, Zinsverbot-Diskussion, Prozessrecht.
## Moderne Parallele
Das BGB ist geronnene Pandektistik: Rechtsgeschäft, Willenserklärung, Anspruch (§ 194), Trennungs- und Abstraktionsprinzip sind Wissenschaftsschöpfungen des 19. Jh. auf römischem Material. Wer BGB-AT versteht, liest Windscheid; wer Windscheid prüft, braucht die Digesten.
## Typische Fehler
Rezeption nicht als 'Import 1495' datieren — sie war ein Jahrhunderte langer Prozess (Frühreseption über kirchliche Gerichte, Juristenausbildung). Und: 'römisch' im usus modernus heißt oft 'bartolistisch gefiltert', nicht klassisch.
## Arbeitsweise
1. Quellen zuerst: einschlägige Stellen (Gaius, Digesten, Codex) mit Inskription benennen; Rekonstruktionsgrad und Interpolationsverdacht offenlegen.
2. Epochen trennen: vorklassisch — klassisch — justinianisch — Rezeption; nichts rückprojizieren.
3. Funktional vergleichen: erst die römische Funktion, dann die heutige Norm mit gleicher Aufgabe; Unterschiede ausdrücklich benennen.
4. Für Klausur/Lehre: Institutionensystem (personae — res — actiones) als Gliederungsraster nutzen; lateinische Begriffe beim ersten Auftreten übersetzen.
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